1. Charakterisierung:
* Filme übertreiben oft Sherlocks Exzentrizität. Während Doyles Holmes sicherlich unkonventionell ist, neigen Filme dazu, seine Macken (wie seinen Drogenkonsum oder seine Missachtung sozialer Normen) zu verstärken, um eine dramatische Wirkung zu erzielen. Dies kann ihn manchmal als unberechenbarer und weniger intelligent darstellen als in den Büchern.
* Watson wird oft als weniger kompetent dargestellt. In den Büchern ist Watson ein fähiger Arzt und ein vertrauenswürdiger Freund, der Holmes oft bei Schlussfolgerungen unterstützt. In Filmen wird er oft als unbeholfener und auf Holmes angewiesen dargestellt, was seine Rolle und Bedeutung schmälern kann.
* Andere Zeichen werden oft geändert. In den Büchern gibt es eine Vielzahl von Nebencharakteren, von denen einige in Filmen eine prominentere Rolle spielen (wie Mycroft Holmes), während andere ganz weggelassen werden. Diese Anpassungen können die Beziehungen zwischen Charakteren und die Dynamik der Geschichten verändern.
2. Handlung und Geheimnis:
* Filme vereinfachen oft die Geheimnisse. Doyles Geschichten sind für ihre komplizierten Handlungen und komplexen Schlussfolgerungen bekannt. In Filmen werden diese Mysterien manchmal rationalisiert, sodass sie für ein breiteres Publikum leichter verständlich sind, sie verlieren jedoch etwas von der intellektuellen Komplexität.
* Filme fügen oft Action und Spektakel hinzu. Um das moderne Publikum anzusprechen, fügen viele Sherlock-Holmes-Filme den Geschichten Actionsequenzen und visuelle Effekte hinzu. Obwohl die Bücher voller Spannung sind, konzentrieren sie sich mehr auf den intellektuellen Prozess der Schlussfolgerung als auf physische Konfrontationen.
* Filme weichen manchmal von der ursprünglichen Handlung ab. Während einige Filme bestimmten Doyle-Geschichten treu bleiben, nehmen sich andere beim Ausgangsmaterial Freiheiten und fügen neue Charaktere, Nebenhandlungen oder sogar völlig originelle Fälle hinzu.
3. Ton und Atmosphäre:
* Filme können im Ton variieren. Einige Filme fangen die viktorianische Atmosphäre von Doyles Geschichten ein, während andere einen moderneren oder komödiantischeren Ansatz verfolgen. Die Originalbücher sind im Allgemeinen in einem ernsten, oft makabren Ton geschrieben, während Filme ein breiteres Spektrum an Genres erkunden können.
* Filme legen oft Wert auf visuelles Geschichtenerzählen. Der Einsatz von Kameraführung, Bühnenbild und Kostümen kann die visuelle Wirkung der Geschichten verstärken. Während sich die Bücher stark auf das geschriebene Wort verlassen, um Atmosphäre und Spannung zu erzeugen, können Filme visuelle Elemente nutzen, um die Zuschauer noch stärker zu fesseln.
Zusammenfassung:
Während Sherlock-Holmes-Filme eine unterhaltsame und leicht zugängliche Möglichkeit bieten, die Geschichten zu erleben, unterscheiden sie sich häufig vom Ausgangsmaterial in Bezug auf Charakterisierung, Handlung, Ton und Atmosphäre. Es ist wichtig zu bedenken, dass Filme Adaptionen sind und die Nuancen und Komplexitäten der Originalbücher möglicherweise nicht immer genau wiedergeben. Sie können jedoch eine einzigartige und unterhaltsame Perspektive auf die Welt von Sherlock Holmes bieten.