Klassischer Humanismus:
* Cicero: Erasmus war stark von Ciceros Prosastil und seinen Idealen der Beredsamkeit und Rhetorik beeinflusst. Er versuchte, das klassische Latein wiederzubeleben und nutzte es zur Förderung humanistischer Ideale.
* Platon: Erasmus studierte Platon eingehend und sah in ihm eine Quelle moralischer Weisheit und philosophischer Einsicht.
* Aristoteles: Erasmus beschäftigte sich mit der Philosophie des Aristoteles, insbesondere mit seiner Ethik und Logik.
Christlicher Humanismus:
* Lorenzo Valla: Valla war ein Pionier der Textkritik und ein starker Verfechter des Bibelstudiums. Seine Arbeit beeinflusste Erasmus‘ eigene Textanalyse der Bibel.
* Pico della Mirandola: Erasmus bewunderte Picos Glauben an die dem Menschen innewohnende Würde und seinen Wunsch, den christlichen Glauben mit der klassischen Gelehrsamkeit in Einklang zu bringen.
Reformationszeit:
* Martin Luther: Obwohl Erasmus mit einigen radikalen Positionen Luthers nicht einverstanden war, teilte er den Glauben an die Bedeutung des Bibelstudiums und die Notwendigkeit einer Kirchenreform. Luthers Schriften befeuerten jedoch auch die Debatten, die zum Bruch zwischen Erasmus und den Reformatoren führten.
Andere Einflüsse:
* Thomas Mehr: Erasmus war ein enger Freund von Thomas More und sie teilten eine gemeinsame humanistische Einstellung. Sie tauschten oft Ideen aus und arbeiteten an Projekten zusammen.
* Johann Reuchlin: Reuchlin war ein deutscher Humanist, der das Studium der hebräischen und jüdischen Literatur verteidigte. Seine Arbeit trug dazu bei, Erasmus‘ Interesse an Bibelstudien und der hebräischen Sprache zu wecken.
* Desiderius Erasmus: Es ist wichtig anzumerken, dass Erasmus selbst einen entscheidenden Einfluss auf spätere Denker hatte, darunter Michel de Montaigne, John Locke und Voltaire. Seine Betonung von Vernunft, Toleranz und individuellem Gewissen trug zur Entwicklung des modernen Denkens bei.
Es ist wichtig anzumerken, dass Erasmus eine komplexe Persönlichkeit war, die Einflüsse aus verschiedenen Quellen aufnahm. Er war nicht einfach ein Produkt einer bestimmten Denkrichtung, sondern vielmehr ein Produkt seiner Zeit, einer Zeit, die von intellektueller Gärung und dem Wunsch geprägt war, die klassische Gelehrsamkeit und den christlichen Glauben wiederzubeleben. Sein Werk spiegelt daher eine Verschmelzung von Ideen und Einflüssen wider und trägt zu seinem bleibenden Vermächtnis als bedeutende Figur des Renaissance-Denkens bei.