1. Der „Ghost Story Contest“: Im Jahr 1816 strandete Mary Shelley zusammen mit ihrem zukünftigen Ehemann Percy Shelley, Lord Byron und John Polidori aufgrund des schlechten Wetters in der Schweiz. Um sich die Zeit zu vertreiben, schlug Lord Byron einen Wettbewerb zum Schreiben von Geistergeschichten vor. Dies war die Initialzündung für die Geschichte.
2. Wissenschaftliche Fortschritte und Debatten: Die Romantik erlebte rasante Fortschritte in der Wissenschaft, insbesondere auf den Gebieten der Elektrizität und Anatomie. Diese Entwicklungen, gepaart mit anhaltenden Debatten über die Grenzen des menschlichen Wissens und die potenziellen Gefahren unkontrollierten wissenschaftlichen Ehrgeizes, hatten großen Einfluss auf Shelleys Denken.
3. Philosophische und literarische Themen: Shelley interessierte sich sehr für philosophische Fragen der Schöpfung, der Natur und der Rolle der Menschheit in der Welt. Sie wurde auch von Schriftstellern wie John Milton und seiner Darstellung des gefallenen Engels in „Paradise Lost“ beeinflusst, einem Thema, das mit der Geschichte von Victor Frankensteins Schöpfung in Einklang stand.
4. Persönliche Erfahrungen: Shelleys eigenes Leben war voller Tragödien, Verluste und unkonventioneller Beziehungen. Ihre Mutter starb kurz nach ihrer Geburt und sie selbst musste den Verlust mehrerer Kinder hinnehmen. Das Thema der Vernachlässigung durch die Eltern und die Folgen unkontrollierten Ehrgeizes spiegelt sich in ihren persönlichen Erfahrungen wider.
5. Das romantische Ideal und sein Schatten: Die romantische Bewegung feierte die Vorstellungskraft und die Kraft der Natur, erforschte aber auch die dunklere Seite der menschlichen Natur, einschließlich ihrer Fähigkeit sowohl zu großer Liebe als auch zu destruktiven Impulsen. Diese Dualität kommt in Frankenstein zum Ausdruck, wo das Monster sowohl monströs als auch mitfühlend ist.
Letztlich war „Frankenstein“ ein Produkt seiner Zeit und spiegelte die Ängste und Sehnsüchte der Romantik wider. Es dient als warnende Geschichte über die Gefahren des Ehrgeizes, die Möglichkeit, dass wissenschaftlicher Fortschritt missbraucht wird, und die dauerhafte Macht der Schöpfung und ihre Folgen.