Geschichte des Todes:
- Die von den Thebenern weithin geglaubte Geschichte besagt, dass Ödipus als Baby aufgrund einer Prophezeiung ausgesetzt wurde, dass er seinen Vater Laios töten und seine Mutter Jokaste heiraten würde.
- Diese Version der Ereignisse stellt Ödipus als Opfer des Schicksals dar, dazu verdammt, unwissentlich ein tragisches Schicksal zu erfüllen.
Was Ödipus als wahr erkannte:
- Die Wahrheit, die Ödipus im Laufe des Stücks entdeckt, unterscheidet sich grundlegend von der Geschichte des Todes.
- Er erfährt, dass er aufgrund derselben Prophezeiung nicht ausgesetzt, sondern auf Laios‘ Befehl einem Hirten übergeben wurde, um ihn zu töten.
- Der Hirte verschonte jedoch sein Leben und gab ihn einem anderen Mann, der Ödipus als seinen Sohn großzog.
- Ödipus‘ Erkenntnis offenbart, dass seine Handlungen nicht nur das Ergebnis des Schicksals waren, sondern vielmehr die Konsequenzen von Entscheidungen, die er selbst und andere getroffen hatten.
Durch die Aufdeckung der Wahrheit erlangt Ödipus ein tieferes Verständnis des komplizierten Geflechts von Ereignissen, die zu seiner tragischen Situation führten, und verdeutlicht die Komplexität menschlichen Handelns angesichts der Prophezeiung.