1. Kritik des materiellen Erfolgs :Miller kritisiert die übermäßige Betonung materiellen Reichtums und finanziellen Erfolgs bei der Verwirklichung des amerikanischen Traums. Der Protagonist Willy Loman ist ein Verkäufer, dessen Leben sich um materiellen Erfolg dreht, der jedoch während des gesamten Stücks mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Seine Erfolgsbesessenheit und seine Unfähigkeit, ihn zu erreichen, tragen zu seinem tragischen Untergang bei.
2. Scheitern des Individualismus :Miller stellt die Vorstellung von robustem Individualismus und Eigenständigkeit als Schlüssel zum Erfolg in Frage. Willys Glaube, dass er aus eigener Kraft erfolgreich sein kann, erweist sich letztendlich als Wahnvorstellung. Er verlässt sich stark auf seine Söhne Biff und Happy, um seine Träume zu verwirklichen, aber auch sie werden seinen Erwartungen nicht gerecht. Dies verdeutlicht die Grenzen individueller Anstrengungen angesichts gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen.
3. Illusion versus Realität :Miller erforscht den Kontrast zwischen der Illusion des amerikanischen Traums und der harten Realität des Lebens. Willy klammert sich an eine idealisierte Vision von Erfolg und Glück, die unerreichbar ist, während die Wahrheit seines Lebens von Misserfolg, Täuschung und Enttäuschung geprägt ist. Diese Kluft zwischen Illusion und Realität trägt zu Willys tragischem Tod bei und unterstreicht die Hohlheit des amerikanischen Traums für viele Menschen.
4. Soziale und wirtschaftliche Faktoren :Millers Darstellung des amerikanischen Traums erkennt den Einfluss sozialer und wirtschaftlicher Strukturen auf das Streben eines Einzelnen nach Erfolg an. Willys Kampf um den Erfolg ist nicht nur ein persönliches Versagen, sondern auch ein Produkt gesellschaftlichen Drucks, wirtschaftlicher Ungleichheiten und der rauen Geschäftswelt, in der er tätig ist. Dies deutet darauf hin, dass der amerikanische Traum nicht für alle gleichermaßen erreichbar ist, da externe Faktoren ihn behindern oder sogar behindern können machen es unmöglich.
5. Vermächtnis und Identität :Miller untersucht die Auswirkungen des amerikanischen Traums auf die Bildung persönlicher Identität und die Beziehungen innerhalb von Familien. Willys Erfolgsbesessenheit beeinflusst das Leben seiner Söhne negativ und trägt zu deren eigenem Versagen und dem Gefühl der Unzulänglichkeit bei. Das Stück wirft Fragen zu den Folgen der Verfolgung eines unerreichbaren Traums auf und wie sich dies nicht nur auf den Einzelnen, sondern auch auf seine Familie und Gemeinschaft auswirkt.
Durch seine kritische Untersuchung des amerikanischen Traums in „Tod eines Handlungsreisenden“ stellt Miller die vorherrschenden Vorstellungen von Erfolg, Individualismus und materiellem Reichtum in Frage und deckt gleichzeitig die oft tragischen Konsequenzen auf, die sich ergeben, wenn man diese idealisierte Lebensvision voll und ganz annimmt.