* Perspektive: Die Mosaike in San Vitale verwenden ein Perspektivsystem Das ist nicht identisch mit der in der Renaissance entwickelten linearen Perspektive, aber dennoch recht raffiniert. Es wird manchmal als „umgekehrte Perspektive“ bezeichnet aber das ist etwas irreführend. Genauer gesagt handelt es sich um eine hierarchische Perspektive . Das bedeutet, dass die Größe von Figuren durch ihre Bedeutung und nicht durch ihre Entfernung vom Betrachter bestimmt wird. Größere Figuren sind wichtiger, unabhängig von ihrer tatsächlichen Position im Raum.
* Leerzeichen: Die Mosaike beanspruchen keinen flachen Raum. Stattdessen nutzen sie einen tiefen Raum Darstellung, bei der Figuren und Objekte in unterschiedlicher Entfernung vom Betrachter dargestellt werden.
Warum funktioniert dieser Stil?
* Betonung der Wichtigkeit: Die hierarchische Perspektive betont die Bedeutung der dargestellten Figuren, insbesondere des Kaisers Justinian und der Kaiserin Theodora.
* Symbolische Darstellung: Die Mosaike sollen symbolische Darstellungen der göttlichen und irdischen Bereiche sein. Sie vermitteln den Ruhm der Kirche und die Macht des Byzantinischen Reiches.
* Künstlerische Tradition: Dieser Perspektivstil war ein gemeinsames Merkmal der byzantinischen Kunst. Es wurzelte in früheren künstlerischen Traditionen und diente der religiösen Darstellung.
Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die künstlerischen Konventionen der byzantinischen Zeit von denen späterer Epochen, insbesondere der Renaissance, unterschieden. Die Verwendung einer hierarchischen Perspektive und eines tiefen Raums in den San Vitale-Mosaiken ist kein Fehler oder stilistischer Fehler. Es ist eine bewusste Entscheidung, die die künstlerischen und kulturellen Werte der Zeit widerspiegelt.