Im wahrsten Sinne des Wortes schildert das Gedicht anschaulich die Szene von Kavalleriesoldaten, die auf Pferden durch einen Fluss reiten und deren Pferde durch das Wasser galoppieren. Die Geräusche von Signalhörnern und Trommeln, das Plätschern der Pferdehufe und die Rufe der Männer erzeugen ein Gefühl von Dringlichkeit und Aufregung.
Das Gedicht geht jedoch über die bloße Beschreibung hinaus. Es wird zu einer Metapher für den unbezwingbaren Geist des menschlichen Herzens angesichts von Widrigkeiten. Die Flussüberquerung symbolisiert die Herausforderungen und Hindernisse, die Einzelpersonen und Gesellschaften bewältigen müssen, während die Kavallerie als Metapher für Widerstandsfähigkeit, Entschlossenheit und Einheit bei der Verfolgung eines gemeinsamen Ziels dient.
Das Gedicht feiert die Kameradschaft, Loyalität und Opferbereitschaft der Soldaten, die auf der Suche nach dem Sieg gemeinsam ihr Leben riskieren. Whitman fängt die rohen Emotionen und Erfahrungen des Krieges ein und würdigt den Mut und die Hartnäckigkeit derer, die an Schlachten und Konflikten beteiligt sind.
Das Gedicht beleuchtet aber auch die Kosten und Folgen solcher Engagements. Whitman scheut sich nicht, die Gewalt und die potenzielle Tragödie der Kriegsführung darzustellen, und weist darauf hin, dass der Einzelne selbst bei seinem kollektiven Streben nach Sieg dabei einen persönlichen Preis zahlt.
Über seinen historischen Schauplatz während des amerikanischen Bürgerkriegs hinaus ist „Cavalry Crossing a Ford“ ein Beweis für die universelle menschliche Erfahrung, sich Herausforderungen zu stellen, Hindernisse zu überwinden und in Zeiten des Konflikts und der Unsicherheit Widerstandskraft und Mut zu demonstrieren.