1. Rache :Das Stück dreht sich um das Thema Rache, da Hamlet versucht, den Mord an seinem Vater durch Claudius zu rächen. Diese Betonung der Rache ist ein häufiges Merkmal elisabethanischer Tragödien.
2. Moralischer Konflikt :Das Stück stellt Hamlets innere Kämpfe dar, während er sich mit den moralischen Implikationen seines Strebens nach Rache auseinandersetzt. Diese Auseinandersetzung mit moralischen Dilemmata ist ein charakteristisches Merkmal der elisabethanischen Tragödie, die sich oft mit der Komplexität der menschlichen Natur und der Spannung zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit befasst.
3. Übernatürliche Elemente :Das Stück enthält übernatürliche Elemente, wie den Geist von Hamlets Vater und das Erscheinen der Hexen. Der Einsatz übernatürlicher Kräfte, um die dramatische Spannung zu erhöhen und ein Gefühl von Geheimnis und Atmosphäre zu erzeugen, ist ein übliches Mittel in der elisabethanischen Tragödie.
4. Rhetorische Schnörkel :Die Sprache im Auszug ist stark stilisiert und rhetorisch und enthält zahlreiche Metaphern, Gleichnisse und Anspielungen. Diese erhabene Sprache ist typisch für die elisabethanische Tragödie, die oft eine kunstvolle und poetische Sprache verwendete, um ein gesteigertes Gefühl von Dramatik und emotionaler Intensität zu erzeugen.
5. Fatalistische Einstellung :Das Stück vermittelt ein Gefühl des Fatalismus und der Unvermeidlichkeit tragischer Ereignisse. Diese pessimistische Sicht auf das Leben ist ein häufiges Thema in der elisabethanischen Tragödie, in der die Welt oft als ein Ort dargestellt wird, an dem menschliches Handeln letztendlich sinnlos und den Launen des Schicksals unterworfen ist.
Der Einfluss von Seneca, einem römischen Tragiker, auf Shakespeares Stücke, darunter „Hamlet“, ist auch in mehreren Aspekten des Auszugs erkennbar:
1. Stoische Philosophie :Senecas Stücke beschäftigten sich oft mit stoischen philosophischen Ideen, wie dem Ertragen von Widrigkeiten und der Akzeptanz des Schicksals. Diese Themen spiegeln sich in Hamlets Selbstgesprächen und seiner Betrachtung der moralischen Implikationen seiner Handlungen wider.
2. Senecan-Rhetorik :Senecas Stücke waren für ihre rhetorische Brillanz bekannt und zeichneten sich durch ausgefeilte Reden und eine gesteigerte emotionale Sprache aus. Shakespeare verwendet in „Hamlet“ einen ähnlichen rhetorischen Stil, bei dem die Charaktere lange Reden halten, in denen sie ihre innersten Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen.
3. Geisterhafte Erscheinungen :Senecas Stücke enthielten häufig gespenstische Erscheinungen und übernatürliche Elemente, um ein Gefühl der Ehrfurcht und Vorahnung zu erzeugen. Das Erscheinen des Geistes von Hamlets Vater folgt dieser Senecan-Tradition und verleiht den tragischen Ereignissen des Stücks eine übernatürliche Dimension.
4. Struktur der Rachetragödie :Senecas Tragödien folgten oft einer bekannten Struktur und handelten von einem ungerechtfertigten Protagonisten, der Rache an einem Antagonisten suchte. Diese Struktur wird in „Hamlet“ deutlich, wo Hamlet versucht, den Mord an seinem Vater durch Claudius zu rächen.
Insgesamt zeigt der Auszug aus „Hamlet“ mehrere typische Elemente der elisabethanischen Tragödie, wie Rache, moralische Konflikte, übernatürliche Elemente, rhetorische Schnörkel und eine fatalistische Einstellung. Der Einfluss von Seneca lässt sich auch an den philosophischen Themen, dem rhetorischen Stil, der Verwendung von Geistererscheinungen und der Struktur der Rachetragödie des Stücks erkennen. Diese Elemente tragen zur anhaltenden Kraft des Stücks und zu seinem Status als Meisterwerk der elisabethanischen Literatur bei.