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Was meint Shakespeare mit dem Wort „Lenden“?

Das Wort „Lenden“ bezog sich zu Shakespeares Zeiten im Allgemeinen auf den unteren Rückenbereich, die Hüften oder den Leistenbereich des menschlichen Körpers. Es wurde häufig im biblischen oder archaischen Sinne erwähnt und bedeutet oft Stärke, Männlichkeit oder sexuelles Verlangen. Hier sind einige Beispiele und Kontexte, wie Shakespeare den Begriff „Lenden“ verwendet:

1. In „Maß für Maß“, Akt II, Szene IV, sagt der Herzog:

„Deshalb müssen eure Herzen in euren Lenden liegen,

Und dein Kopf ohne.

In diesem Zusammenhang bezieht sich „Lenden“ auf die innere Stärke, den Mut und die Entschlossenheit, die man aufbringen muss, wenn man mit herausfordernden Umständen konfrontiert wird.

2. In „Der Widerspenstigen Zähmung“, Akt II, Szene I, sagt Petruchio:

„Der glücklichste Tag, die glücklichste Stunde, die glücklichste Minute

Ich habe immer nachgefragt, bis zur glücklichen Stunde sah ich dein Gesicht,

Und du bist gekommen, um meine Lenden zu erfreuen!“

Hier steht „Lenden“ für körperliches und emotionales Vergnügen oder Erregung, insbesondere im Zusammenhang mit Liebe und Verlangen.

3. In „Hamlet“, Akt III, Szene I, sagt Königin Gertrude:

„Denn Frauen fürchten sich zu sehr, auch wenn sie lieben,

Und die Angst und Liebe der Frauen birgt Quantität,

Weder im Nichts noch im Extremfall.

Nun, was meine Liebe ist, der Beweis hat dich wissen lassen,

Und so groß meine Liebe ist, so groß ist auch meine Angst.

Wo die Liebe groß ist, sind die kleinsten Zweifel Angst,

Wo kleine Ängste groß werden, da wächst große Liebe.“

In diesem Zusammenhang wird „Liebe“ mit einer physischen Manifestation verglichen, die die „Lenden“ „dimensioniert“.

4. In „Der Sturm“, Akt V, Szene I, sagt Ferdinand:

„Hier bin ich,

Meine Herrin ist ertrunken, und dort drüben ist mein Vater,

Wo jedem etwas antwortet, Mann, die Prinzessin,

Ich, der Mann, habe sie verloren, und mein Vater hat verloren

Der Mann, den ich genesen habe; armer Prospero,

Deine zweimal sterbende Tochter liegt im Meer,

Obwohl diese Insel eine Wüste zu sein scheint,

Unbewohnbar und fast unzugänglich,

Doch gegen mein Herz jubeln meine Lenden

Den verfluchten Stephano so loszuwerden.

In dieser Rede empfindet Ferdinand trotz seiner Umstände Freude, weil er Stephano „losgeworden“ ist.

Es ist erwähnenswert, dass Shakespeare „Lenden“ sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Kontext verwendet und seine Bedeutung je nach Stück und Charakter leicht variieren kann.

Insgesamt bezieht sich „Lenden“ in Shakespeares Werken in erster Linie auf Vorstellungen von Stärke, Männlichkeit und starken Emotionen wie Liebe und Begierde, was mit der allgemeinen Verwendung während der elisabethanischen Ära übereinstimmt.

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