Arts >> Kunst und Unterhaltung >  >> Bücher >> Literatur

Wie war zu Shakespeares Zeiten die Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Während Shakespeares Zeit im elisabethanischen England (1558-1603) war die Beziehung zwischen Eltern und Kindern von einem starken Sinn für Hierarchie, Gehorsam und Respekt vor Autorität geprägt. Hier sind einige wichtige Aspekte der Eltern-Kind-Beziehung in dieser Zeit:

1. Patriarchale Struktur: Die elisabethanische Gesellschaft war patriarchalisch, was bedeutete, dass Männer innerhalb der Familien die oberste Autorität und Macht innehatten. Väter waren das Oberhaupt des Haushalts und hatten maßgebliche Kontrolle über das Leben ihrer Kinder, einschließlich deren Erziehung, Bildung und Berufs- oder Heiratswahl.

2. Gehorsam und Respekt: Von Kindern wurde erwartet, dass sie ihren Eltern gehorsam waren und ihnen gegenüber größtmöglichen Respekt zeigten. Ungehorsam, Widerworte oder jede Form von Respektlosigkeit galten als schwerwiegende Straftaten und konnten schwere Strafen nach sich ziehen.

3. Mangel an emotionaler Intimität: Zwar gab es durchaus Fälle enger und liebevoller Eltern-Kind-Beziehungen, die emotionale Intimität zwischen Eltern und Kindern war jedoch im Allgemeinen nicht so ausgeprägt wie in der heutigen Zeit. Emotionen wurden oft zugunsten der Wahrung des sozialen Anstands und der Einhaltung gesellschaftlicher Normen unterdrückt.

4. Arrangierte Ehen: In vielen Fällen arrangierten Eltern die Ehe ihrer Kinder, ohne viel Rücksicht auf die persönlichen Vorlieben und Wünsche ihrer Kinder zu nehmen. Ehen galten oft als eine Möglichkeit, familiäre Bündnisse zu stärken oder finanzielle Stabilität zu sichern, und basierten nicht in erster Linie auf Liebe oder Vereinbarkeit.

5. Körperliche Bestrafung: Körperliche Disziplin war eine übliche Form der Bestrafung für Kinder, die sich schlecht benahmen. Eltern und Lehrer glaubten, dass körperliche Züchtigung notwendig sei, um Kindern Disziplin und Gehorsam zu vermitteln.

6. Begrenzte Bildungsmöglichkeiten: Während einige Kinder aus wohlhabenden Familien Zugang zu Bildung hatten, hatten viele Kinder, insbesondere aus unteren sozialen Schichten, nur begrenzte Bildungschancen. Der Schwerpunkt der Bildung lag in erster Linie auf praktischen Fähigkeiten und der Vorbereitung der Kinder auf ihre Rolle in der Gesellschaft, statt auf der Förderung intellektueller Neugier oder persönlicher Entwicklung.

7. Geschlechterrollen: Zu Shakespeares Zeiten waren die Geschlechterrollen streng definiert. Jungen wurden dazu erzogen, stark und mutig zu sein und Verantwortung für die Versorgung ihrer Familien zu übernehmen, während Mädchen dazu erzogen wurden, bescheiden, gehorsam und geschickt im Haushalt zu sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Verallgemeinerungen möglicherweise nicht für jede Familie in dieser Zeit gelten, da es sicherlich Abweichungen und Ausnahmen gab. Allerdings beeinflussten die allgemeine soziale Struktur und die kulturellen Werte die Dynamik der Eltern-Kind-Beziehungen im elisabethanischen England.

Literatur

Related Categories