1. Aufdecken der Missbräuche in der spanischen Kolonialzeit:
Ziel von Rizal war es, den repressiven Charakter der spanischen Kolonialherrschaft und die Ungerechtigkeiten aufzudecken, die das philippinische Volk unter spanischer Herrschaft erlitten hat. Er wollte die Korruption, den Machtmissbrauch und die diskriminierenden Praktiken der Kolonialregierung und der spanischen Ordensbrüder ans Licht bringen.
2. Kritik an sozialer Ungleichheit:
El Filibusterismo befasst sich eingehender mit den sozialen Ungleichheiten, die in der philippinischen Gesellschaft während der spanischen Kolonialzeit vorherrschten. Rizal kritisiert die starre soziale Hierarchie, die die spanischen Kolonisatoren und die wohlhabenden Eliten begünstigte, während die Mehrheit der Filipinos an den Rand gedrängt und unterdrückt wurde.
3. Ruf nach Reformen:
Rizals Roman soll den Wunsch nach Veränderung wecken und den Ruf nach Reformen im spanischen Kolonialsystem entfachen. Er wollte seine Landsleute für die Ungerechtigkeiten sensibilisieren und sie ermutigen, mehr Rechte, Freiheiten und Vertretung in der Regierung zu fordern.
4. Darstellung der philippinischen Widerstandsfähigkeit:
El Filibusterismo zeigt die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Standhaftigkeit des philippinischen Volkes angesichts von Unterdrückung und Widrigkeiten. Rizal porträtiert philippinische Charaktere, die Mut, Entschlossenheit und ein Gefühl der nationalen Identität zeigen und die Vorstellung der Minderwertigkeit, die ihnen von den Kolonialmächten auferlegt wurde, in Frage stellen.
5. Kritik der Friarokratie:
Rizal kritisierte scharf die Friarokratie, die sich auf die übermäßige Macht und den übermäßigen Einfluss der spanischen Orden (insbesondere der Dominikaner-, Augustiner- und Franziskanermönche) auf den Philippinen bezieht. Er hebt ihren Missbrauch, ihre Gier und ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung sozialer und politischer Ungerechtigkeiten hervor.
6. Warnung vor gewalttätigem Extremismus:
Anhand der Figur von Simoun untersucht Rizal die Idee einer gewaltsamen Revolution und ihrer Folgen. Simoun repräsentiert einen Weg des Hasses, der Rache und der Zerstörung. Letztendlich warnt Rizal jedoch vor den Gefahren blinder Gewalt und plädiert für friedliche und fortschrittliche Wege, um Veränderung und Freiheit zu erreichen.
7. Erbe der nationalen Identität:
El Filibusterismo gilt als kraftvolles Manifest nationaler Identität und patriotischer Gefühle. Es spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des philippinischen Bewusstseins und inspirierte zukünftige Generationen, für Unabhängigkeit und den Aufbau einer Nation zu kämpfen.
8. Persönliche Erfahrungen und Beobachtungen:
Rizal ließ sich von seinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen des Koloniallebens auf den Philippinen sowie von seinen Reisen und seinem Kontakt mit verschiedenen gesellschaftspolitischen Systemen in Europa und anderen Ländern inspirieren.
Mit dem Schreiben von „El Filibusterismo“ wollte Rizal kritisches Denken anregen, das soziale Bewusstsein fördern und die unterdrückerischen Strukturen herausfordern, die den Fortschritt und die Emanzipation des philippinischen Volkes behinderten.