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Was waren die elisabethanischen Ansichten über die Liebe?

Die elisabethanische Ära, die von der Herrschaft von Königin Elisabeth I. von 1558 bis 1603 geprägt war, erlebte in England eine große Blüte von Literatur, Kunst und Kultur. Die elisabethanischen Ansichten über die Liebe waren komplex und vielschichtig und spiegelten die sozialen, kulturellen und religiösen Einflüsse der Zeit wider. Hier sind einige Schlüsselaspekte der elisabethanischen Ansichten über die Liebe:

1. Höfische Liebe: Das ritterliche Ideal der höfischen Liebe war auch im elisabethanischen Zeitalter noch vorherrschend. Dieses Konzept idealisierte das Streben nach Liebe als ein edles und tugendhaftes Unterfangen, das oft durch extravagante Gesten, Poesie und Hingabe an die Geliebte gekennzeichnet ist.

2. Petrarca-Liebe: Beeinflusst vom italienischen Renaissance-Dichter Petrarca betonte die petrarchische Liebe die intensiven emotionalen und psychologischen Auswirkungen unerwiderter Liebe. Dieser Liebesstil kam oft in Sonetten und Gedichten zum Ausdruck und konzentrierte sich auf die inneren Kämpfe, Sehnsüchte und unerreichbaren Wünsche des Liebenden.

3. Sozial- und Klassenaspekte: Die soziale Hierarchie spielte in den elisabethanischen Ansichten über die Liebe eine bedeutende Rolle. Ehen und Beziehungen wurden oft auf der Grundlage des sozialen Status, finanzieller Vorteile und dynastischer Allianzen arrangiert und nicht nur aufgrund romantischer Neigungen.

4. Religiöser Einfluss: Die protestantische Reformation hatte erhebliche Auswirkungen auf die elisabethanische Gesellschaft und betonte die Bedeutung des Glaubens und religiöser Prinzipien in allen Aspekten des Lebens, einschließlich Liebe und Ehe. Religiöse Lehren konzentrierten sich auf das Konzept der Liebe als göttliches Gebot und Grundlage für Moral und Tugend.

5. Platonische Liebe: Inspiriert von der klassischen Philosophie bezog sich platonische Liebe auf eine reine, intellektuelle und emotionale Verbindung zwischen Individuen, wobei in der Regel spirituelle und intellektuelle Intimität gegenüber körperlichem Verlangen im Vordergrund stand.

6. Liebe und Ehe: Während die Liebe als wesentliches Element der Ehe anerkannt wurde, hatten praktische Erwägungen und gesellschaftliche Erwartungen oft Vorrang. Die Ehe galt als praktische Partnerschaft, als Mittel zur Sicherung von Bündnissen und als Möglichkeit, Stabilität und Sicherheit zu schaffen.

7. Geschlechter- und Machtdynamik: Geschlechterrollen und Machtdynamiken waren in der elisabethanischen Gesellschaft klar definiert. Von Männern wurde erwartet, dass sie die dominanten Partner sind, während von Frauen erwartet wurde, dass sie unterwürfig und gehorsam sind. Dies beeinflusste die Dynamik romantischer Beziehungen und die Art und Weise, wie Liebe ausgedrückt und erlebt wurde.

8. Verbotene Liebe: Die elisabethanische Literatur und das elisabethanische Theater beschäftigten sich oft mit den Themen unerlaubte Liebe, Untreue und verbotene Wünsche und spiegelten damit die Spannung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Leidenschaften wider.

9. Liebe in Literatur und Drama: Die elisabethanische Literatur, insbesondere die Werke von William Shakespeare, befasste sich eingehend mit der Komplexität von Liebe, Leidenschaft, Eifersucht und Verrat. Durch Theaterstücke, Sonette und andere literarische Formen brachten elisabethanische Künstler ein breites Spektrum an Emotionen und Sichtweisen auf die Liebe zum Ausdruck.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die elisabethanischen Ansichten über die Liebe durch eine Kombination aus sozialen, kulturellen, religiösen und literarischen Faktoren beeinflusst wurden. Während höfische und romantische Ideale gefeiert wurden, prägten praktische Erwägungen und gesellschaftliche Erwartungen oft die Natur von Liebe und Beziehungen im elisabethanischen Zeitalter.

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