Das Fehlen weiblicher Entscheidungsfreiheit:
* Mangel an starken weiblichen Charakteren: Der Roman enthält eine begrenzte Anzahl weiblicher Charaktere, die im Allgemeinen passiv sind und keine Handlungsfähigkeit haben.
* Abhängigkeit von Männern: Frauen werden weitgehend durch ihre Beziehungen zu Männern definiert:Elizabeth als Victors Geliebte, Justine als Opfer und selbst die Mutter des Monsters, die Schöpferin der Kreatur, wird nur am Rande erwähnt.
* Objektivierung: Frauen werden oft als Objekte der Begierde dargestellt, insbesondere Elisabeth, deren Schönheit und Unschuld betont werden. Das Monster betrachtet Frauen sogar als schön und begehrenswert und unterstreicht damit den gesellschaftlichen Druck, der auf Frauen lastet, attraktiv zu sein.
Frauen als Opfer:
* Die Rolle des Leidens: Die Frauen im Roman werden oft Opfer von Gewalt oder Unglück:Justine wird zu Unrecht angeklagt und hingerichtet, Elizabeth wird ermordet und sogar die Mutter des Monsters stirbt während der Geburt.
* Die Viktimisierung des Monsters: Das Monster sehnt sich in seiner Einsamkeit und Ablehnung nach einer weiblichen Gefährtin und betont die Machtlosigkeit der Frau als Objekt der Begierde. Sein Wunsch nach einer weiblichen Kreatur wird von Victor letztendlich abgelehnt, was die Kontrolle, die Männer über das Leben von Frauen ausüben, noch deutlicher macht.
Positive Darstellungen:
* Elizabeths Liebe und Güte: Elizabeth verkörpert Liebe, Unschuld und Mitgefühl und bildet einen starken Kontrast zu der monströsen Schöpfung.
* Der Wunsch des Monsters nach Verbindung: Die Sehnsucht des Monsters nach einem Gefährten zeugt trotz seines schrecklichen Aussehens vom grundlegenden menschlichen Bedürfnis nach Liebe und Verbindung.
* Die Mutter der Kreatur: Obwohl sie nur kurz erwähnt wird, dient die Mutter der Kreatur als Symbol für die Kraft und Widerstandsfähigkeit von Frauen angesichts der Not. Sie ist eine Figur voller Stärke und Opferbereitschaft, da sie das Monster zur Welt bringt und bei der Geburt stirbt.
Themen und Interpretationen:
* Die Gefahren männlicher Ambitionen: Der Roman untersucht die Folgen unkontrollierten Ehrgeizes, insbesondere im Fall von Victor Frankenstein, der seine eigenen wissenschaftlichen Ziele über das Wohlergehen anderer stellt.
* Die Angst vor dem Weiblichen: Einige Kritiker argumentieren, dass der Roman eine tiefsitzende Angst vor dem Weiblichen widerspiegelt, insbesondere vor der Erschaffung des Monsters. Das abgelehnte und geächtete Monster könnte als Repräsentation des unterdrückten Weiblichen gesehen werden, was zu einem Gewaltausbruch führt.
Insgesamt:
Die Darstellung von Frauen in *Frankenstein* ist ein komplexer und problematischer Aspekt des Romans. Es zeigt zwar bestimmte weibliche Stärken wie Liebe und Widerstandsfähigkeit, hebt aber auch die ihnen auferlegten gesellschaftlichen Zwänge hervor, insbesondere den Mangel an Entscheidungsfreiheit und die Anfälligkeit gegenüber männlicher Dominanz. Die Frauendarstellung des Romans spiegelt die gesellschaftlichen Normen der Zeit wider, eröffnet aber auch Möglichkeiten, die Folgen des Ungleichgewichts der Geschlechter und gesellschaftlicher Erwartungen zu erforschen.