* „De Profundis“ war ein persönlicher Brief: Es wurde von Oscar Wilde an Lord Alfred Douglas, auch bekannt als Bosie, geschrieben, während Wilde im Gefängnis war. Der Brief war nicht für den öffentlichen Gebrauch bestimmt.
* Wildes Testament: Wildes Testament besagte, dass „De Profundis“ erst nach dem Tod von ihm und Bosie veröffentlicht werden sollte. Dies deutet darauf hin, dass er möglicherweise nicht gewollt hat, dass Bosie es zu Lebzeiten liest.
* Veröffentlichungsgeschichte: „De Profundis“ erschien erstmals 1905, nach Wildes Tod, und wurde stark redigiert. Es ist unklar, ob Bosie zuvor den vollständigen, unbearbeiteten Brief gesehen hat.
Es gibt Argumente auf beiden Seiten:
* Argumente zum Lesen: Bosie war der beabsichtigte Empfänger des Briefes, und es ist wahrscheinlich, dass er ihn irgendwann, vielleicht privat, gelesen hat.
* Argumente gegen das Lesen: Wildes Testament deutet auf den Wunsch hin, den Brief geheim zu halten, und die Tatsache, dass er einige Zeit nach Wildes Tod nicht veröffentlicht wurde, könnte darauf hindeuten, dass Bosie ihn nicht gesehen hat.
Fazit:
Es ist unmöglich, definitiv zu sagen, ob Lord Alfred Douglas „De Profundis“ gelesen hat. Für beides gibt es keine konkreten Beweise und die Frage bleibt eine Frage der Spekulation.