Die Sumerer glaubten an ein riesiges Pantheon von Göttern und Göttinnen, von denen jede über spezifische Kräfte, Rollen und Domänen verfügte. Diese göttlichen Wesen galten als anthropomorph und besaßen menschenähnliche Formen, Gefühle und Persönlichkeiten.
2. Göttliche Hierarchie:
Die sumerischen Götter waren in einer hierarchischen Struktur organisiert, wobei die mächtigsten und wichtigsten Götter an der Spitze standen. An der Spitze des Pantheons standen die Hauptgottheiten An (Gott des Himmels) und Ki (Göttin der Erde). Weitere wichtige Götter waren Enlil (Gott der Luft und der Stürme), Inanna (Göttin der Liebe und des Krieges), Utu (Gott der Sonne) und Nanna (Gott des Mondes).
3. Stadtgötter und -göttinnen:
Jeder sumerische Stadtstaat hatte seinen eigenen Schutzgott oder seine eigene Schutzgöttin, die als Beschützerin und göttliche Herrscherin der Stadt galt. Beispielsweise verehrte die Stadt Ur Nanna, während Nippur Enlil verehrte. Diese lokalen Gottheiten spielten eine zentrale Rolle im religiösen und politischen Leben ihrer jeweiligen Städte.
4. Tempel und Anbetung:
Die Sumerer bauten prächtige Tempel, die ihren Göttern gewidmet waren. Diese Tempel waren nicht nur Orte der Anbetung, sondern dienten auch als Zentren wirtschaftlicher, sozialer und politischer Aktivitäten. Religiöse Rituale, Gebete und Opfergaben wurden von Priestern und Priesterinnen durchgeführt, um die Götter zu ehren und ihre Gunst zu erbitten.
5. Heilige Texte und Mythen:
Die Sumerer verfügten über eine reiche Sammlung religiöser Literatur, die Mythen, Hymnen und Gebete umfasste. Diese Texte bieten wertvolle Einblicke in sumerische Überzeugungen, Praktiken und die Interaktionen zwischen Göttern und Menschen. Der berühmteste dieser Texte ist das Gilgamesch-Epos, das die Abenteuer des legendären Königs von Uruk erzählt.
6. Göttliches Eingreifen und Prophezeiungen:
Die Sumerer glaubten, dass die Götter direkt in die Angelegenheiten der Menschen eingreifen und den Lauf der Dinge beeinflussen könnten. Sie orientierten sich an Zeichen, Omen und Prophezeiungen, um den Willen der Götter zu verstehen und ihr Handeln danach auszurichten.
7. Überzeugungen über das Leben nach dem Tod:
Die Sumerer hatten eine Vorstellung von einem Leben nach dem Tod, aber ihr Verständnis war im Vergleich zu späteren mesopotamischen Zivilisationen nicht vollständig entwickelt. Sie glaubten, dass Menschen nach dem Tod in die Unterwelt (Kur) hinabsteigen würden, die vom Gott Nergal regiert wird. Das Leben nach dem Tod wurde oft als düsteres und schattiges Reich dargestellt.
Insgesamt war das sumerische Götterbild von einer zutiefst religiösen und polytheistischen Weltanschauung geprägt, mit einem hierarchischen göttlichen Pantheon, Stadtgöttern, Tempeln, heiligen Texten und dem Glauben an göttliches Eingreifen und das Leben nach dem Tod.