1. Erste Skizzen und Modelle: Giacometti begann damit, kleine Vormodelle aus Gips oder Ton zu skizzieren und anzufertigen. Dabei handelte es sich oft um figurative Studien, die die menschliche Form in Bewegung untersuchten und das Wesen der Bewegung und die Unbeholfenheit des menschlichen Gangs einfingen.
2. Großformatiges Gipsmodell: Anschließend baute er ein Gipsmodell in größerem Maßstab und verfeinerte Form und Proportionen. Diese Phase erforderte zahlreiche Überarbeitungen und Anpassungen, da Giacometti jeden Aspekt der Haltung, Haltung und des subtilen Zusammenspiels von Licht und Schatten der Figur akribisch untersuchte.
3. Guss in Bronze: Sobald Giacometti mit dem Gipsmodell zufrieden war, ließ er es in Bronze gießen. Dabei wurde eine Form des Gipsmodells angefertigt und geschmolzene Bronze hineingegossen. Der Prozess des Bronzegusses war anspruchsvoll und erforderte handwerkliches Geschick und präzise Techniken, um eine originalgetreue Reproduktion der komplizierten Details der Skulptur zu gewährleisten.
4. Endbearbeitung und Patinierung: Anschließend wurde der Bronzeguss sorgfältig bearbeitet und patiniert. Unter Patinierung versteht man die Anwendung verschiedener Chemikalien, um ein einzigartiges Oberflächenfinish zu erzeugen, das der Bronze eine unverwechselbare Farbe und Textur verleiht. Giacometti bevorzugte häufig eine dunkle, verwitterte Patinierung, die den Eindruck von Tiefe und Geheimnis der Skulpturen verstärkte.
Hauptmerkmale von Giacomettis „Walking Man“:
* Längliche Proportionen: Die Figuren sind für ihre langen, spindelförmigen Gliedmaßen bekannt, die die Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit der menschlichen Gestalt hervorheben.
* Dünnheit und Skelettstruktur: Die Figuren wirken fast skelettartig, mit minimalem Fleisch und einer starken Betonung der darunter liegenden Knochenstruktur.
* Statische Bewegung: Obwohl die Figuren in Bewegung sind, scheinen sie in der Zeit eingefroren zu sein und einen Moment der unterbrochenen Handlung einzufangen.
* Existentialistische Themen: Giacomettis „Walking Man“-Skulpturen spiegeln oft existenzialistische Themen wie Isolation, Entfremdung und den Kampf ums Dasein in einem riesigen und gleichgültigen Universum wider.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Giacomettis „Walking Man“-Skulpturen das Produkt eines sorgfältigen und künstlerischen Prozesses waren, der sorgfältige Planung, präzise Ausführung und ein tiefes Verständnis der menschlichen Form und ihrer existenziellen Auswirkungen kombinierte.