Das herausragendste Merkmal des Mérode-Altars ist seine realistische Darstellung des Alltagslebens mit der religiösen Erzählung verflochten . So geht's:
* Inländische Einstellung: Das Altarbild zeigt die Verkündigung in einem bescheidenen, zeitgenössischen Rahmen. Es ist keine große Kathedrale, sondern ein gemütliches, gut eingerichtetes Zimmer in einem flämischen Haus.
* Details zum Alltag: Die Szene enthält Details wie einen Hund, eine Katze, ein Gebetbuch und ein Wasserbecken. Diese Elemente tragen zum Gefühl von Realismus und Unmittelbarkeit bei.
* Integration von Spenderzahlen: Die Stifter, die das Altarbild in Auftrag gegeben haben, sind unten kniend zu sehen und treten direkt mit dem Betrachter und der heiligen Szene in Kontakt.
* Symbolik und Ikonographie: Das Gemälde enthält symbolische Elemente, die den häuslichen Rahmen mit der Verkündigung verbinden. Beispiele hierfür sind:
* Die Lilien symbolisieren Reinheit und die Jungfrau Maria.
* Das geschlossene Buch stellt das Alte Testament dar, das durch das Neue Testament ersetzt wird, symbolisiert durch das offene Buch auf dem Rednerpult.
* Die rote Glut im Kohlenbecken symbolisiert den Heiligen Geist, der bald auf Maria herabkommen wird.
Diese Kombination aus Realismus, Häuslichkeit und religiöser Symbolik macht den Mérode-Altar zu einem besonders faszinierenden und unverwechselbaren Kunstwerk. Es ist ein einzigartiges Beispiel dafür, wie Künstler in der frühen nördlichen Renaissance das Alltagsleben mit religiösen Erzählungen auf eine sowohl innovative als auch fesselnde Weise vermischten.