Arts >> Kunst und Unterhaltung >  >> Kunst >> Sonstige Kunst

Was sind die Einstellungen in Erl-King von Michel Tournier?

In Michel Tourniers Novelle „Der Erlkönig“ spielen die Schauplätze eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Erzählung und spiegeln die innere Zerrissenheit des Protagonisten wider. Die Geschichte spielt im späten 19. Jahrhundert in den Wäldern und auf dem Land Frankreichs, wobei bestimmte Orte zur Atmosphäre und zu den Themen der Geschichte beitragen:

Der Erlkönigswald: Dieser dunkle, geheimnisvolle und scheinbar verwunschene Wald ist ein wichtiger Schauplatz der Novelle. Für die Einheimischen ist es ein Ort der Legenden, des Aberglaubens und der Angst. Die Reise des Protagonisten in diesen Wald symbolisiert seinen Abstieg in den Wahnsinn und seine Begegnung mit dem Übernatürlichen.

Der Erlkönigsturm: Tief im Erlkönigwald gelegen, dient dieser verlassene und heruntergekommene Turm als Symbol für Verfall, Isolation und Verlassenheit. Es wird mit dem Erlkönig in Verbindung gebracht, einer mythologischen Figur aus der deutschen Folklore, die den Turm bewohnen und Kinder in sein Reich locken soll.

Das Haus des Protagonisten: Das Zuhause des Protagonisten liegt am Rande des Waldes, was die Nähe des unheimlichen Waldes zu seinem täglichen Leben noch deutlicher macht. Das Haus spiegelt seinen inneren Aufruhr wider, da es als ein Ort der Spannung und Disharmonie beschrieben wird, in dem Gegenstände fehl am Platz oder aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen.

Die Stadt Saint-Aignan: Der Protagonist besucht häufig Saint-Aignan, eine kleine Stadt in der Nähe seines Hauses. Die Stadt stellt inmitten der sie umgebenden übernatürlichen Elemente einen Anschein von Normalität und Zivilisation dar. Doch auch hier verspürt der Protagonist ein Gefühl der Entfremdung und Loslösung von der Welt.

Der Friedhof :Die häufigen Spaziergänge des Protagonisten zum örtlichen Friedhof symbolisieren seine Obsession mit Tod und Sterblichkeit. Der Friedhof wird zu einem Ort der Kontemplation und Selbstbeobachtung, an dem er sich mit seinem eigenen Schicksal und der Unvermeidlichkeit des Todes auseinandersetzt.

Durch den Einsatz dieser symbolischen und atmosphärischen Orte schafft Michel Tournier einen Rahmen, der die psychologische Reise des Protagonisten bereichert, die Themen Wahnsinn und Besessenheit erforscht und zur insgesamt eindringlichen Qualität der Novelle beiträgt.

Sonstige Kunst

Related Categories