1. Kulturelle Bedeutung:
- Große Künste werden innerhalb einer Kultur oder Gesellschaft oft als bedeutender und geschätzter angesehen. Sie haben eine größere kulturelle Bedeutung und sind mit hohen künstlerischen Leistungen verbunden.
- Die Kleinkunst wird im Vergleich dagegen als weniger bedeutsam eingeschätzt. Sie sind oft eher Produkte handwerklicher und angewandter Kunst als reiner künstlerischer Ausdruck.
2. Materialien und Techniken:
- In den großen Künsten werden typischerweise teure, seltene und langlebige Materialien wie Marmor, Gold, Silber und Edelsteine verwendet. Ihre Gestaltung erfordert oft ein hohes Maß an technischem Können und künstlerischer Ausbildung.
- Kleinere Künste hingegen werden in der Regel aus kostengünstigeren und gebräuchlicheren Materialien wie Holz, Keramik, Textilien und Metallarbeiten hergestellt. Dabei handelt es sich oft eher um traditionelle Techniken, die über Generationen weitergegeben wurden, als um eine formale künstlerische Ausbildung.
3. Künstlerischer Ausdruck vs. Funktionalität:
- Die großen Künste konzentrieren sich in erster Linie auf künstlerischen Ausdruck, Ästhetik und symbolische Darstellung. Sie werden eher wegen ihrer inneren Schönheit und ihres künstlerischen Wertes als wegen ihres praktischen Nutzens geschaffen.
- Kleinere Künste haben neben ihren ästhetischen Qualitäten oft auch einen funktionalen Zweck. Sie können praktischen oder nützlichen Zwecken dienen, beispielsweise als Keramik, Möbel, Schmuck, Textilien und Dekorationsgegenstände.
4. Historische Entwicklung:
- Große Künste wurden in der Vergangenheit mit der Schirmherrschaft wohlhabender Einzelpersonen, Aristokraten, religiöser Institutionen und königlicher Höfe in Verbindung gebracht. Sie wurden von hochqualifizierten Künstlern und Kunsthandwerkern geschaffen, die Anerkennung und Status erhielten.
- Kleinere Künste hingegen wurden oft von erfahrenen Kunsthandwerkern und Handwerkern hergestellt, die niedrigeren sozialen Schichten angehörten. Sie galten als weniger angesehen und erhielten weniger Anerkennung für ihre Arbeit.
5. Wahrnehmung und Klassifizierung:
- Große Künste werden traditionell in Museen, Galerien und anderen Kunstinstitutionen gefeiert, studiert und ausgestellt. Sie wurden im kunsthistorischen Diskurs ausführlich dokumentiert und analysiert.
- Kleinere Künste mögen in traditionellen kunsthistorischen Narrativen und Institutionen weniger Beachtung finden, aber ihr kultureller und künstlerischer Wert wird in der zeitgenössischen Kunstwissenschaft und in Ausstellungen zunehmend anerkannt.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Künsten etwas subjektiv ist und je nach kulturellem Kontext, historischem Zeitraum und individuellen Perspektiven variieren kann. Die Einteilung der Künste in diese Kategorien hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und wird im Bereich der Kunstgeschichte weiterhin diskutiert.