Cathys Perspektive:
* Jugendlicher Idealismus: Schon in jungen Jahren fühlt sich Cathy zu Lintons „Gentleman“-Manieren und seinem Kontrast zum raueren, leidenschaftlicheren Heathcliff hingezogen. Sie sieht in ihm eine Art Vornehmheit, die sie mit Liebe und Glück verbindet.
* Rebellion: Ein Teil von Cathys Anziehungskraft könnte eine Form der Rebellion gegen die Erwartungen ihrer Gesellschaft sein. Linton stellt eine Flucht aus der harten Realität des Lebens in Wuthering Heights dar.
* Wunsch nach Kontrolle: Lintons Schwäche und sein Bedürfnis nach ihrer ständigen Fürsorge geben Cathy ein Gefühl von Macht und Kontrolle. Sie kann ihn zu der Person formen, die sie sich wünscht.
* Pflichtgefühl: Cathy fühlt sich gegenüber Linton verantwortlich, insbesondere nach dem Tod seiner Mutter. Für sie ist es eine notwendige Verpflichtung, sich um ihn zu kümmern, vielleicht sogar eine Möglichkeit, sich für ihre früheren Taten wiedergutzumachen.
Lintons Perspektive:
* Sicherheitslücke: Linton ist zutiefst unsicher und abhängig. Er ist weder stark noch fähig und seine Abhängigkeit von anderen (zuerst seiner Mutter, dann Cathy) macht ihn anfällig für Manipulationen.
* Manipulation: Linton nutzt seine Verletzlichkeit zu seinem Vorteil und nutzt Cathys Mitgefühl und Schuldgefühle aus, um zu bekommen, was er will.
Die Natur der Verliebtheit:
* Idealisierung: Verliebtheit bedeutet oft, den Geliebten zu idealisieren, Fehler zu übersehen und sich auf positive Eigenschaften zu konzentrieren. Cathy ignoriert zunächst Lintons Egoismus und sieht nur seine Sanftmut und Raffinesse.
* Emotionale Abhängigkeit: Verliebtheit kann durch das Bedürfnis nach emotionaler Verbindung angeheizt werden. Lintons Bedürfnis nach Cathys Aufmerksamkeit und Zuneigung ist zwar letztlich ungesund, schafft aber eine starke Bindung.
* Emotionaler Aufruhr: Die intensiven Emotionen, die mit Verliebtheit einhergehen und oft durch Unsicherheit und Ungewissheit angeheizt werden, können ein klares Urteilsvermögen beeinträchtigen.
Letztendlich: Cathys Verliebtheit in Linton ist eine komplexe Mischung verschiedener Faktoren. Sie fühlt sich von seiner wahrgenommenen Vornehmheit, ihrer eigenen rebellischen Natur und ihrem Pflichtbewusstsein angezogen. Linton wiederum manipuliert ihr Mitgefühl und ihren Wunsch nach Kontrolle. Es ist eine Beziehung, die auf der Grundlage von Schwäche, Manipulation und fehlgeleiteten Zuneigungen aufgebaut ist.