Hier ist eine Aufschlüsselung:
* Neoklassizismus: Diese Bewegung betonte Vernunft, Ordnung und Ausgewogenheit in Kunst und Literatur. Es ließ sich von klassischen griechischen und römischen Modellen inspirieren und legte oft Wert auf Form und Struktur über emotionalen Ausdruck.
* Aufklärungsrationalismus: Diese philosophische Bewegung betonte Vernunft, Logik und wissenschaftliche Forschung als wichtigste Mittel zum Verständnis der Welt. Es schätzte die objektive Wahrheit und ignorierte oft subjektive Erfahrungen und Emotionen.
Sturm und Drang lehnten sich gegen diese Ideale auf. Sie setzten sich dafür ein:
* Emotion und Leidenschaft: Sie schätzten rohe, intensive Emotionen und beschäftigten sich oft mit Themen wie Verzweiflung, Rebellion und individueller Freiheit.
* Subjektivität: Sie konzentrierten sich auf persönliche Erfahrungen und individuellen Ausdruck und lehnten die objektive, rationale Perspektive der Aufklärung ab.
* Natur: Sie betrachteten die Natur als Quelle der Inspiration und Kraft und stellten sie oft der Künstlichkeit von Gesellschaft und Kultur gegenüber.
* Das „Genie“: Sie würdigten den Einzelnen mit außergewöhnlichem Talent und Kreativität und glaubten, dass wahres Genie den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen widersprach.
Zu den Schlüsselfiguren der Sturm und Drang-Bewegung gehören:
* Johann Wolfgang von Goethe: Autor von „Die Leiden des jungen Werther“
* Friedrich Schiller: Autor von „Die Räuber“
* Johann Gottfried Herder: Philosoph und Kritiker
Insgesamt stellte die Sturm-und-Drang-Bewegung eine Ablehnung der starren intellektuellen und künstlerischen Strukturen der Aufklärung dar und ebnete den Weg für die darauffolgenden persönlicheren und emotionaleren Ausdrucksformen der Romantik.