1. Aufstieg des Faschismus: Der Marsch auf Rom war der Höhepunkt der wachsenden Macht und des wachsenden Einflusses der faschistischen Bewegung. Mussolini und seine „Schwarzhemden“, eine paramilitärische Truppe, setzten Einschüchterungen, Gewalt und Propaganda ein, um Unterstützung zu gewinnen und die Autorität der italienischen Regierung zu untergraben. Der Marsch selbst war eine Machtdemonstration und demonstrierte die Fähigkeit der Faschisten, eine große, organisierte Streitmacht zu mobilisieren.
2. Machtergreifung: Obwohl der Marsch auf Rom technisch gesehen kein gewaltsamer Putsch war, zwang er König Viktor Emanuel III. faktisch dazu, Mussolini zum Premierminister zu ernennen. Aus Angst vor einem Bürgerkrieg entschloss sich der König, eine Konfrontation zu vermeiden und entschied sich stattdessen für Mussolinis Stabilitätsversprechen gegenüber der vermeintlichen Schwäche der bestehenden Regierung. Dies war der Beginn der faschistischen Diktatur in Italien.
3. Schwächung der Demokratie: Der Marsch auf Rom markierte den Untergang der demokratischen Institutionen in Italien. Mussolini und die Faschisten festigten ihre Macht, indem sie die Opposition unterdrückten, die freie Meinungsäußerung einschränkten und ein totalitäres Regime errichteten.
4. Einen Präzedenzfall schaffen: Der Erfolg des Marsches auf Rom ermutigte andere faschistische Bewegungen auf der ganzen Welt. Es zeigte, dass eine relativ kleine, aber gut organisierte und militante Gruppe durch Einschüchterung und Drohungen die Macht ergreifen konnte. Dieses Beispiel fand großen Anklang bei anderen extremistischen Bewegungen, die bestehende Regierungen stürzen wollten.
5. Auswirkungen auf Italien: Das faschistische Regime unter Mussolini brachte bedeutende Veränderungen in Italien mit sich, darunter:
* Wirtschafts- und Sozialreformen: Die Faschisten setzten Maßnahmen um, die darauf abzielten, wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziale Ordnung zu erreichen, wie etwa groß angelegte öffentliche Bauprojekte und die Unterdrückung von Gewerkschaften.
* Expansionspolitik: Mussolinis Italien verfolgte eine aggressive Außenpolitik, die zur Eroberung Äthiopiens und zur Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg führte und schließlich in der Teilnahme Italiens am Zweiten Weltkrieg gipfelte.
* Unterdrückung der Opposition: Das faschistische Regime errichtete eine brutale Diktatur, die durch Zensur, politische Verfolgung und die Unterdrückung aller gegensätzlichen Standpunkte gekennzeichnet war.
Fazit: Der Marsch auf Rom war ein Wendepunkt in der italienischen Geschichte und leitete die Ära des Faschismus und seine verheerenden Folgen für das Land ein. Es markierte das Ende einer fragilen Demokratie und den Beginn einer Diktatur, die letztendlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und zum Leid von Millionen Menschen beitrug.