In der bildenden Kunst entstand der Minimalismus als Reaktion auf die Bewegung des Abstrakten Expressionismus, die in den 1940er und 1950er Jahren die Kunstwelt dominiert hatte. Minimalistische Künstler wie Frank Stella, Carl Andre und Donald Judd lehnten den emotionalen Ausdruck und die malerischen Gesten des Abstrakten Expressionismus ab und konzentrierten sich stattdessen auf die Schaffung einfacher, geometrischer und sich oft wiederholender Werke.
Auch in der Musik entstand der Minimalismus als Reaktion auf die komplexe, atonale Musik, die im frühen 20. Jahrhundert populär war. Minimalistische Komponisten wie Steve Reich, Philip Glass und Terry Riley lehnten die Verwendung komplexer Harmonien, Melodien und Rhythmen ab und konzentrierten sich stattdessen auf die Schaffung von Werken, die auf einfachen Mustern, Wiederholungen und allmählichen Veränderungen basierten.
Sowohl minimalistische Kunst als auch minimalistische Musik wurden vom breiteren kulturellen und intellektuellen Klima der Mitte des 20. Jahrhunderts beeinflusst, das durch ein wachsendes Interesse an östlicher Philosophie, Systemtheorie und der Erforschung grundlegender Strukturen gekennzeichnet war. Der Minimalismus entwickelte sich zu einer bedeutenden Kraft in der Kunst- und Musikwelt und beeinflusste nicht nur die bildende Kunst und Musik, sondern auch Architektur, Design und andere kreative Bereiche.