1. Virtuose Technik: Liszt verfügte über außergewöhnliche technische Fähigkeiten, die die Grenzen dessen, was auf dem Klavier für möglich gehalten wurde, sprengten. Er führte komplexe Fingertechniken ein, darunter Sprünge, Arpeggios und schnelle Tonleiterpassagen, die enorme Beweglichkeit und Geschicklichkeit erforderten.
2. Transkriptionen und Paraphrasen: Liszt nahm bestehende Werke, oft Opernthemen, auf und verwandelte sie in brillante Solo-Klavierstücke. Diese Transkriptionen und Paraphrasen zeigten seine Fähigkeit, Orchestertexturen und Gesangslinien in die einzigartigen Fähigkeiten des Klaviers zu übersetzen.
3. Vortragsformat: Liszt war Pionier des Konzepts der Solo-Klavierabende mit Programmen, die ausschließlich aus Klavierwerken bestanden. Dieses heute übliche Format ermöglichte es Pianisten, ein breites Spektrum an Musik zu präsentieren und ihre künstlerische Vision zu demonstrieren.
4. Aufführungsstil: Liszt führte einen dramatischen und theatralischen Aufführungsstil ein. Er integrierte ausdrucksstarke Gesten, übertriebene Dynamik und körperliche Bewegung und fesselte die Aufmerksamkeit des Publikums auf eine Art und Weise, wie es noch kein Pianist zuvor geschafft hatte.
5. Orchesterfarben: Liszt experimentierte mit neuen Klängen und Orchesterstrukturen auf dem Klavier. Er nutzte den gesamten Umfang der Tastatur und nutzte die Fähigkeiten des Instruments, um den Klang eines Orchesters zu imitieren.
6. Romantische Interpretation: Liszt brachte eine romantische Sensibilität in die Klaviermusik und betonte den poetischen Ausdruck und die musikalische Freiheit. Bei Aufführungen improvisierte er oft und verwischte so die Grenzen zwischen Komposition und Interpretation.
7. Programmatische Musik: Liszt komponierte programmatische Werke, in denen Musik eine Geschichte darstellt oder eine außermusikalische Idee vermittelt. Seine „Années de Pèlerinage“ („Pilgerjahre“) und „Harmonies poétiques et religieuses“ („Poetische und religiöse Harmonien“) sind Beispiele für diesen Ansatz.
8. Innovationen in der Komposition: Liszt erweiterte die traditionellen Formen der Klaviermusik wie die Sonate und das Konzert, indem er harmonische Grenzen verschob und mehrere Genres in einem einzigen Werk vereinte.
9. Lehre und Einfluss: Liszt wurde ein verehrter Klavierlehrer, der eine Generation von Pianisten betreute und inspirierte, darunter viele, die selbst zu einflussreichen Komponisten und Interpreten wurden.
10. Über die Tradition hinaus: Liszt löste sich von den herkömmlichen Regeln und Erwartungen des Klavierspiels und eröffnete Pianisten und Komponisten neue Möglichkeiten zur Erkundung.
Durch die Kombination seiner unglaublichen Virtuosität, innovativen Kompositionstechniken und seiner Leidenschaft für Musik verwandelte Franz Liszt das Klavier in ein dynamisches und ausdrucksstarkes Instrument, das die Fantasie und Emotionen des Publikums wie nie zuvor fesseln kann.