A. Ein doppelmanualiges Cembalo verfügt über zwei Klaviaturen mit jeweils eigenem Saitensatz. Dadurch kann der Interpret mit zwei verschiedenen Klangfarben oder Klängen spielen, indem er zwischen den Tastaturen wechselt.
B. Typischerweise ist ein Manual auf 8 Fuß Tonhöhe eingestellt, während das andere auf 4 Fuß Tonhöhe eingestellt ist, wodurch ein hellerer, perkussiverer Klang mit einem sanfteren, wärmeren Ton gepaart werden kann.
2. Dynamische Steuerung:
A. Die Möglichkeit, zwei Manuale unabhängig voneinander dynamisch zu steuern, ermöglicht es dem Cembalisten, unterschiedliche Texturen, Dynamiken und Artikulationen zu erreichen.
B. Eine Hand kann auf einem Manual eine Melodie spielen, während die andere Hand auf dem anderen Manual für Begleitung oder Kontrapunkt sorgt, wodurch eine reichere, ausdrucksstärkere Darbietung entsteht.
3. Manuelle Kupplungen:
A. Einige Cembalos mit zwei Manualen verfügen über Manualkupplungen, die das gleichzeitige Spielen beider Klaviaturen mit einem einzigen Tastendruck ermöglichen. Dies erweitert die Klangpalette und ermöglicht Auftritte, die vollere, kraftvollere Klänge erfordern.
4. Registrierungsänderungen:
A. Mit zwei Tastaturen hat der Interpret die Möglichkeit, die Registrierung (Kombination von Registern) schnell zu ändern, indem er die Manuale wechselt, anstatt die Registerknöpfe manuell zu ziehen, wodurch Unterbrechungen bei der Aufführung minimiert werden.
5. Polyphone Unabhängigkeit:
A. Da die beiden Manuale über mechanisch unabhängige Mechaniken und Saiten verfügen, können polyphone (mehrere zusammen gespielte Noten) Passagen effektiver gespielt werden, wodurch die Gefahr versehentlicher Verwischungen oder unerwünschter Resonanzen zwischen benachbarten Saiten verringert wird.
6. Erweitertes Repertoire:
A. Die erweiterten Fähigkeiten eines Cembalos mit zwei Manualen eröffneten Komponisten die Möglichkeit, komplexere und anspruchsvollere Musik zu schreiben, die speziell auf dieses Instrument zugeschnitten ist.
B. Namhafte Komponisten wie Francois Couperin, Jean-Philippe Rameau und Johann Sebastian Bach erkundeten die erweiterten Möglichkeiten und bereicherten das Cembalo-Repertoire.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Cembalo mit zwei Manualen Vielseitigkeit in Bezug auf Klangfarbe, dynamische Kontrolle, Registrierungsänderungen, polyphone Unabhängigkeit und die Möglichkeit, Koppeln zu spielen, bietet, was im Vergleich zu einem Cembalo mit einem Manual zu einer breiteren Palette an Ausdrucksmöglichkeiten beiträgt. Dieses verbesserte Instrument spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der barocken Musiklandschaft.