Dauer und Aufbau:
- Romantik: Romantische Musik ist bekannt für ihre freien und flexiblen Formen und Strukturen. Es löst sich oft von traditionellen klassischen Strukturen und kann recht ausgedehnt sein, wobei die Bewegungen weit über 20 Minuten dauern.
- Modernismus: Moderne Musik experimentiert häufig mit innovativen Strukturen und unkonventionellen Formen wie Atonalität, Polytonalität und unregelmäßigen Metren. Sie stellt traditionelle harmonische und melodische Strukturen in Frage und ist im Vergleich zur romantischen Musik tendenziell kompakter und prägnanter.
Kompositionsstil:
- Romantik: Romantische Komponisten versuchten, ihre individuellen Emotionen, Gefühle und subjektiven Erfahrungen durch ihre Musik auszudrücken. Der Schwerpunkt lag auf Emotionen, Drama und Geschichtenerzählen, oft mit einem starken Erzählfaden. Themen wie Natur, Liebe, Heldentum und Mystik waren vorherrschend.
- Modernismus: Moderne Komponisten verfolgten neue Ideen und Techniken und erkundeten avantgardistische und experimentelle Ausdrucksformen. Sie ignorierten oft die traditionelle Tonalität und nutzten Dissonanz, Atonalität und eine breite Palette unorthodoxer musikalischer Elemente, um konventionelle Ästhetik herauszufordern und einzigartige Klanglandschaften zu schaffen.
Instrumentierung und Orchestrierung:
- Romantik: Romantische Musik erweiterte den Einsatz des Orchesters mit größerer Besetzung, reicheren Texturen und einer größeren Vielfalt an Instrumenten. Viele Komponisten der Romantik erkundeten neue Orchesterfarben und verwendeten verschiedene Instrumentenkombinationen, erweiterte Instrumentaltechniken und Effekte, um lebendige und ausdrucksstarke Klänge zu erzeugen.
- Modernismus: Die moderne Musik brachte radikale Veränderungen in der Instrumentierung und Orchestrierung mit sich. Nicht-traditionelle Instrumente, elektronische Klangerzeugung und erweiterte Spieltechniken wurden üblich. Modernistische Komponisten verwendeten oft unkonventionelle Klänge und unkonventionelle Kombinationen, um neuartige Klangerlebnisse zu schaffen.
Tonalität und Harmonie:
- Romantik: Romantische Musik ist im Allgemeinen tonal und konzentriert sich auf traditionelle Schlüsselzentren und harmonische Verläufe. Allerdings verschob es oft die Grenzen der Tonalität mit erweiterter Harmonie, Chromatik und gelegentlichen Momenten der Dissonanz, um eine dramatische Wirkung zu erzielen.
- Modernismus: Moderne Musik stellt traditionelle Tonsysteme in Frage und umfasst Atonalität, Polytonalität und Pandiatonismus (die Verwendung aller 12 Noten ohne klare Tonzentren). Atonaler Musik fehlt eine klare Tonhierarchie und sie erforscht komplexere und dissonantere harmonische Beziehungen.
Rhythmus, Metrum und Tempo:
- Romantik: Romantische Musik zeichnet sich oft durch ausdrucksstarkes Rubato (Tempovariationen) und flexible Rhythmen aus, um der Musik Tiefe und Emotion zu verleihen. Tempowechsel zur Erzielung dramatischer Effekte sind ebenfalls üblich.
- Modernismus: Moderne Musik experimentiert mit komplexen rhythmischen Strukturen, unkonventionellen Metren (wie ungeraden Taktarten oder Polyrhythmen) und plötzlichen Tempowechseln, um traditionelle rhythmische Erwartungen zu durchbrechen.
Einfluss der Technologie:
- Romantik: Die Technologie hatte nur begrenzten Einfluss auf die romantische Musik, die hauptsächlich für akustische Instrumente und traditionelle Ensembles komponiert wurde.
- Modernismus: In der Moderne entstanden elektronische Musik, Tonbandgeräte, Synthesizer und andere technologische Fortschritte, die die Komposition und Aufführung von Musik stark beeinflussten. In dieser Zeit erlebte die elektronische und elektroakustische Musik ihre Blütezeit.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass romantische Musik den Schwerpunkt auf emotionale Ausdruckskraft, dramatisches Geschichtenerzählen und subjektive Erfahrungen legt, oft innerhalb eines tonalen und strukturierten Rahmens. Moderne Musik hingegen umfasst Innovation, experimentelle Techniken und ein Überdenken traditioneller Musikstrukturen, Tonalität und Instrumentierung, was zu einer Vielfalt an Stilen führt, die die konventionelle Musikästhetik in Frage stellen.