1. Electric Blues Revolution:
In den 1950er Jahren kam der Electric Blues auf den Markt, der den Klang des Genres deutlich verstärkte und veränderte. Elektrische Gitarren und Verstärker fügten Verzerrung, Sustain und Gesamtlautstärke hinzu und schufen so einen durchsetzungsstärkeren und dynamischeren Blues-Stil.
2. Migration und Urbanisierung:
Als die Afroamerikaner die große Migration vom ländlichen Süden in die städtischen Zentren im Norden und Westen der Vereinigten Staaten fortsetzten, folgten Bluesmusiker diesem Beispiel. Chicago entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum des Blues, während auch andere Städte wie New York, Memphis und Los Angeles über eine lebendige Bluesszene verfügten.
3. Schachrekorde und andere Labels:
Chess Records, in Chicago von Leonard und Phil Chess gegründet, spielte eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung des Blues und seiner Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum. Blueskünstler wie Muddy Waters, Howlin' Wolf und Willie Dixon wurden von Chess unter Vertrag genommen und ihre Aufnahmen prägten maßgeblich den Sound des Electric Blues. Auch andere Labels wie Atlantic Records und Sun Records veröffentlichten bedeutende Blues-Aufnahmen.
4. Blues in der Populärkultur:
Der Blues erlangte zunehmend Anerkennung und Akzeptanz über sein ursprüngliches Publikum hinaus. Elemente der Bluesmusik tauchten zunehmend in der Mainstream-Popmusik, im R&B und sogar im Rock'n'Roll auf. Das Aufkommen des Blues-durchdrungenen Rock'n'Roll durch Künstler wie Elvis Presley und Chuck Berry machte den Blues einem größeren weltweiten Publikum zugänglich.
5. Blues-Festivals:
In den 1950er Jahren entstanden Blues-Festivals, die Bluesmusikern eine Plattform boten, auf der sie auftreten und ihr Talent unter Beweis stellen konnten. Zu den bemerkenswerten Blues-Festivals, die in dieser Zeit begannen, gehören das Newport Folk Festival und das Chicago Blues Festival.
6. Übergang zu Soul und R&B:
Gegen Ende des Jahrzehnts begannen einige Bluesmusiker, mit Soul und R&B zu experimentieren. Künstler wie Ray Charles, Ruth Brown und Sam Cooke begannen, Elemente des Blues, Gospel und Jazz in ihre Musik zu integrieren.
7. Interkultureller Einfluss:
Der Blues hatte weiterhin einen wechselseitigen Einfluss auf andere Musikgenres. Jazzmusiker wie Miles Davis, John Coltrane und Thelonious Monk haben Elemente des Blues in ihre Improvisationen integriert. Auch internationale Künstler wie britische Rockbands begannen, sich mit Blues-Musik zu beschäftigen, was in den 1960er Jahren zur „British Invasion“ führte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 1950er Jahre eine Zeit bedeutender Veränderungen für die Bluesmusik waren, die durch den Aufstieg des Electric Blues, Migration, den Einfluss von Plattenfirmen und eine wachsende Anziehungskraft von Crossovers gekennzeichnet war und dazu beitrug, den Grundstein für die weitere Entwicklung und den Einfluss des Genres auf die Popmusik zu legen Musik in den folgenden Jahrzehnten.