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Wie entstand Jazz?

Jazz ist ein einzigartiges Musikgenre, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den afroamerikanischen Gemeinden im Süden der USA entstand. Seine Wurzeln lassen sich bis ins späte 19. Jahrhundert zurückverfolgen, als afroamerikanische Musiktraditionen wie Spirituals, Arbeitslieder und Blues begannen, sich mit europäischen Musikelementen wie Ragtime und Blasmusik zu vermischen. Hier finden Sie eine ausführliche Erklärung zur Entstehung des Jazz:

1. Afrikanische Wurzeln:

Jazz orientiert sich stark an den Musiktraditionen westafrikanischer Kulturen. Afrikanische Musik zeichnet sich durch Improvisation, Polyrhythmen, synkopierte Rhythmen und Call-and-Response-Muster aus. Diese Elemente legten den Grundstein für viele Aspekte des Jazz.

2. Spirituals und Arbeitslieder:

Eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Jazz spielten afroamerikanische Spirituals und Worksongs. Spirituals waren religiöse Lieder, die oft in Kirchen und bei Gottesdiensten gesungen wurden. Arbeitslieder hingegen wurden von Afroamerikanern gesungen, während sie mühsame Aufgaben verrichteten, und sie enthielten rhythmische Muster, die ihnen dabei halfen, synchron zu arbeiten.

3. Blues:

Ein weiterer wichtiger Einfluss auf den Jazz war die Bluesmusik, die im späten 19. Jahrhundert entstand. Blues ist bekannt für seine melancholischen Texte und die Verwendung von „blauen Noten“ (Noten, deren Tonhöhe leicht abgeflacht ist und ihnen eine besondere emotionale Qualität verleiht). Viele frühe Jazzmusiker waren Blues-Sänger und integrierten Blues-Elemente in ihre Jazz-Auftritte.

4. Ragtime:

Ragtime war eine beliebte Form der Klaviermusik, die im späten 19. Jahrhundert vor allem in den afroamerikanischen Gemeinden des Mittleren Westens und des Südens entstand. Ragtime zeichnet sich durch synkopierte Rhythmen und ein sich wiederholendes Bassmuster aus, das „Oom-Pah“ genannt wird. Ragtime-Pianisten wie Scott Joplin erlangten in den frühen Tagen des Jazz Einfluss.

5. Blasmusik:

Blaskapellen waren in New Orleans und anderen Städten im Süden eine gängige Form der musikalischen Unterhaltung. Diese Bands spielten oft bei Paraden, Tänzen und anderen gesellschaftlichen Zusammenkünften. Die Instrumentierung von Blaskapellen, darunter Trompeten, Posaunen, Klarinetten und Schlagzeug, sollte später für Jazz-Ensembles von zentraler Bedeutung sein.

6. Improvisation und kollektiver Ausdruck:

Eines der charakteristischen Merkmale des Jazz ist die Improvisation, die es Musikern ermöglicht, sich spontan auszudrücken und einzigartige Interpretationen von Melodien und Rhythmen zu schaffen. Jazzmusiker improvisierten bei Auftritten häufig Soli und demonstrierten so ihr virtuoses Können und ihre Kreativität. Kollektive Improvisation, bei der Musiker gegenseitig ihre Ideen ausspielen, ist ein weiterer wesentlicher Aspekt des Jazz.

7. Entstehung des Jazz in New Orleans:

New Orleans gilt weithin als Geburtsort des Jazz. Die vielfältige Musiklandschaft der Stadt mit ihrer großen afroamerikanischen Bevölkerung und starken Musiktraditionen bot ein fruchtbares Umfeld für die Entwicklung des Jazz. Musiker unterschiedlicher Herkunft kamen zusammen, experimentierten und verschmolzen ihre musikalischen Einflüsse.

8. Verbreitung des Jazz:

Von New Orleans aus begann sich der Jazz in andere Städte der Vereinigten Staaten wie Chicago, Kansas City und New York City auszubreiten. Jazzmusiker tourten durch das Land und traten in Clubs, Theatern und Tanzlokalen auf. Das Aufkommen des Phonographen und des Radios trug weiter zur Verbreitung des Jazz bei und ermöglichte ihm, ein breiteres Publikum zu erreichen.

Im Laufe seiner Entwicklung hat der Jazz Einflüsse aus verschiedenen Genres aufgenommen, darunter lateinamerikanische Musik, klassische Musik und sogar Volksmusik. Es hat zahlreiche Subgenres hervorgebracht, darunter Swing, Bebop, Hard Bop, Cool Jazz und mehr. Jede Ära des Jazz war durch ihre eigenen unverwechselbaren Stile, prominenten Musiker und ihre eigene kulturelle Bedeutung gekennzeichnet.

Jazz bleibt eine dynamische und sich ständig weiterentwickelnde Kunstform, die mit ihrer rhythmischen Komplexität, improvisatorischen Brillanz und emotionalen Tiefe weiterhin Musiker inspiriert und das Publikum weltweit in ihren Bann zieht.

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