1. Frühe Ursprünge:
Es wird angenommen, dass der Walzer seinen Ursprung in verschiedenen traditionellen Volkstänzen und Bauerntänzen in Mitteleuropa hat, insbesondere in den Regionen Österreich, Deutschland und der Tschechischen Republik. Bei diesen frühen Tänzen waren es oft Paare, die sich eng umarmten und sich im Kreis drehten.
2. Einfluss anderer Tänze:
Der Walzer wurde auch von anderen europäischen Tänzen wie dem Ländler, einem lebhaften Volkstanz aus Österreich und Bayern, beeinflusst. Der Ländler zeigte Paare, die sich in geschlossener Position hielten und schnelle, hüpfende Schritte machten.
3. Kodifizierung des Walzers:
Im späten 18. Jahrhundert begann man, den Walzer zu formalisieren und zu standardisieren. Tanzmeister wie Johann Georg Wenzel und Franz Anton Mesmer entwickelten präzise Schritte, Positionen und Tempi für den Walzer.
4. Ausbreitung nach Wien:
Der Walzer erfreute sich im frühen 19. Jahrhundert am Wiener Hof großer Beliebtheit. Der Wiener kaiserliche Hof übernahm den Walzer und förderte seine Praxis, was zu seiner großen Beliebtheit bei der Oberschicht beitrug.
5. Expansion in andere Länder:
Von Wien aus verbreitete sich der Walzer schnell in andere Teile Europas, insbesondere nach Deutschland, Frankreich und England. Er wurde zu einem beliebten Gesellschaftstanz und fand großen Anklang bei der Aristokratie.
6. Kontroverse und Akzeptanz:
Der Walzer stieß zunächst auf Kritik und Widerstand, weil er zwischen den Partnern einen engen physischen Kontakt hatte. Viele Traditionalisten und Konservative hielten es für unmoralisch. Mit der Zeit begann sich jedoch die gesellschaftliche Einstellung zu ändern, und der Walzer wurde nach und nach in verschiedenen sozialen Schichten akzeptiert und genossen.
7. Anpassung und Evolution:
Da der Walzer immer beliebter wurde, erfuhr er weitere Anpassungen und Weiterentwicklungen. Es entstanden verschiedene Variationen des Walzers, darunter der Langsame Walzer, der Wiener Walzer und der Walzer im internationalen Stil, jede mit ihren eigenen Besonderheiten.
8. Rolle in der romantischen Literatur und Kunst:
Auch in Literatur und Kunst hielt der Walzer Einzug. Es wurde zum Symbol für Romantik und Eleganz und wurde oft in Gemälden, Büchern und Balletten dargestellt.
Heute ist der Walzer ein beliebter und zeitloser Gesellschaftstanz, der von Menschen auf der ganzen Welt praktiziert und genossen wird. Es bleibt ein fester Bestandteil bei Tanzwettbewerben, gesellschaftlichen Zusammenkünften und Aufführungen.