1. Wechsel von der praktischen zur emotionalen Basis :
Traditionell wurde die Ehe als eine praktische Lösung für finanzielle und soziale Stabilität betrachtet und zunehmend als eine Verbindung angesehen, die auf Liebe, emotionaler Kompatibilität und gemeinsamen Werten basiert. Romantische Dichter und Schriftsteller betonten die Bedeutung der individuellen Erfüllung und des persönlichen Glücks bei der Wahl eines Ehepartners.
2. Rückgang arrangierter Ehen :
In der Romantik kam es zu einem Rückgang arrangierter Ehen. Einzelpersonen strebten nach größerer Autonomie bei der Auswahl ihrer Partner, was zu einer Zunahme von Liebesheiraten führte, die auf gegenseitiger Zuneigung und gemeinsamen Interessen beruhten.
3. Idealisierung von Liebe und Ehe :
Die Romantiker idealisierten das Konzept der romantischen Liebe und stellten sie oft als transformative, leidenschaftliche und fast transzendente Erfahrung dar. Diese erhöhte Sicht der Liebe beeinflusste die gesellschaftlichen Erwartungen und Bestrebungen nach ehelichen Verbindungen.
4. Betonung des Individualismus :
In der Romantik standen Individualismus, persönliches Wachstum und Selbstdarstellung im Vordergrund. Dies wirkte sich auf die Ehe aus, da die Partner begannen, ihre eigenen Identitäten und Erwartungen innerhalb der ehelichen Beziehung durchzusetzen.
5. Geschlechterrollen und Erwartungen :
Während die Geschlechterrollen noch weitgehend traditionell waren und Männer als Versorger und Frauen als Hausfrauen erwartet wurden, gab es einen wachsenden Diskurs über Geschlechtergleichheit und Frauenrechte. Romantische Schriftsteller untersuchten die emotionale Komplexität der Erfahrungen von Frauen in der Ehe.
6. Romantische Liebe als literarisches Thema :
Die romantische Literatur war voll von Geschichten und Gedichten, die sich mit den Themen Liebe, Ehe, Untreue und dem Streben nach Glück in ehelichen Beziehungen befassten. Dieser literarische Schwerpunkt spiegelte das breitere gesellschaftliche Interesse an diesen Themen wider.
7. Einfluss auf soziale Ansichten :
Der Schwerpunkt der Romantik auf emotionaler Erfüllung, persönlicher Erfüllung und individueller Freiheit in der Ehe beeinflusste die gesellschaftliche Einstellung und führte zu allmählichen Veränderungen der gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an die Ehe.
8. Im Gegensatz zu den Ansichten der Aufklärung :
In der Zeit der Aufklärung, die der Romantik vorausging, standen Vernunft und Praktikabilität im Vordergrund. Im Gegensatz dazu betonten Romantiker die Bedeutung von Emotionen und persönlicher Erfüllung in der Ehe.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Romantik einen Wandel in der gesellschaftlichen Sicht auf die Ehe markierte, von einer praktischen und sozialen Regelung hin zu einer Betonung der emotionalen Verbindung, des persönlichen Glücks und der individuellen Erfüllung in der Ehe.