* Das Stück beginnt mit dem Geist von Hamlets Vater, der Hamlet erzählt, dass er von seinem Bruder Claudius ermordet wurde. Dieser Geist wird oft als Symbol des christlichen Jenseitsglaubens interpretiert.
* Hamlets berühmter Monolog „Sein oder Nichtsein“ enthält die Zeile:„Das Gewissen macht uns alle zu Feiglingen.“ Diese Zeile legt nahe, dass Hamlet an ein moralisches Gewissen glaubt, das von Gott kommt.
* Hamlet bezieht sich auch auf das christliche Konzept des Fegefeuers, wenn er sagt:„Das unentdeckte Land, aus dessen Geburt kein Reisender zurückkehrt.“ Diese Zeile legt nahe, dass Hamlet an einen Ort glaubt, an den Seelen nach dem Tod gehen, um gereinigt zu werden, bevor sie in den Himmel kommen.
* Das Stück enthält auch mehrere Verweise auf die Bibel, etwa wenn Hamlet die Zeile zitiert:„Der Herr, dein Gott, ist ein eifersüchtiger Gott.“
Diese religiösen Bezüge spiegeln den starken Einfluss des Christentums auf das elisabethanische England wider. Allerdings untersucht Shakespeare in dem Stück auch die dunklere Seite der Religion, etwa die Rolle von Aberglauben und Heuchelei, die Menschen dazu treiben, böse Taten zu begehen.
Insgesamt bieten die religiösen Bezüge in Hamlet Einblicke in die spirituellen Überzeugungen Shakespeares und seines Publikums. Sie tragen auch zu den komplexen und vielschichtigen Themen des Stücks bei:Moral, Schuld und Erlösung.
Was die Meinungen über die Kirche zu Shakespeares Zeiten angeht, gab es ein breites Meinungsspektrum. Manche Menschen waren tiefgläubig, während andere eher skeptisch waren. Es gab auch eine wachsende protestantische Bewegung, die die Autorität der katholischen Kirche in Frage stellte. Shakespeares Stücke spiegeln die Vielfalt religiöser Überzeugungen im elisabethanischen England wider und bieten eine differenzierte und zum Nachdenken anregende Auseinandersetzung mit der Rolle der Religion in der Gesellschaft.