Darüber hinaus herrschte die Überzeugung, dass Frauen zu emotional und irrational seien, um effektiv auf der Bühne auftreten zu können. Es wurde angenommen, dass Frauen ihre Emotionen nicht kontrollieren könnten und bei Auftritten zu hysterischen Anfällen neigen würden. Diese Ansicht wurde durch die damals vorherrschenden wissenschaftlichen und medizinischen Theorien gestützt, die Frauen als von Natur aus schwächer und emotionaler als Männer darstellten.
Aufgrund dieser sozialen und kulturellen Faktoren war es Frauen über viele Jahrhunderte hinweg nicht gestattet, in Theaterstücken mitzuwirken. Erst im späten 17. Jahrhundert tauchten in einigen europäischen Ländern erstmals Frauen auf der Bühne auf, und selbst dann beschränkten sie sich oft auf bestimmte Rollen, etwa als Dienerinnen oder ältere Frauen. Erst im 19. Jahrhundert erhielten Frauen mehr Möglichkeiten, auf der Bühne aufzutreten und ein breiteres Rollenspektrum zu übernehmen.