Polonius' Denkweise:
* Misstrauen und Mangel an Vertrauen: Er misstraut Laertes eindeutig und glaubt, dass er genau überwacht werden muss. Er geht davon aus, dass Laertes wahrscheinlich Laster betreibt, auch wenn es dafür keine Beweise gibt. Dies spiegelt ein allgemeines Misstrauen gegenüber der Jugend und den Glauben an die inhärente Bosheit der menschlichen Natur wider.
* Manipulation und Täuschung: Er weist Reynaldo an, durch Täuschung und Lügen an Informationen über Laertes zu gelangen. Dies zeigt einen Mangel an Respekt vor Ehrlichkeit und die Bereitschaft, hinterhältige Taktiken anzuwenden, um seine Ziele zu erreichen.
* Kontrollierend und überfürsorglich: Er möchte die vollständige Kontrolle über Laertes‘ Leben ausüben, auch wenn Laertes nicht an der Universität ist. Dies deutet auf eine kontrollierende und überfürsorgliche Natur hin, die die Unabhängigkeit unterdrückt.
* Heuchelei: Obwohl Polonius ein hochrangiger Beamter ist, ist er heuchlerisch. Er belehrt Hamlet über die Gefahren des Handelns und des Zeigens von Emotionen, lässt sich jedoch selbst auf höchst dramatisches und manipulatives Verhalten ein.
Polonius' Handlungsweise:
* Hinterhältig und gerissen: Seine Anweisungen an Reynaldo sind kalkuliert und manipulativ. Er plant, durch geschickte Tricks Informationen über Laertes‘ Verhalten zu erpressen.
* Unrealistisch und berührungslos: Seine Annahmen über das Verhalten von Laertes sind oft unzutreffend, was darauf hindeutet, dass er die Welt außerhalb seiner eigenen begrenzten Perspektive nicht versteht.
* Übermäßig dramatisch: Er verwendet oft übertriebene Sprache und Gesten und unterstreicht damit seine Tendenz zur Dramatik und Theatralik.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Polonius‘ Anweisungen an Reynaldo einen Charakter offenbaren, der zutiefst misstrauisch, kontrollierend, manipulativ und heuchlerisch ist. Seine Handlungen werden von einem Bedürfnis nach Kontrolle und einem Misstrauen gegenüber anderen angetrieben, was letztendlich zu seinem Untergang im Stück beiträgt.