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Warum drückt Hamlet eine solche Wut über die Zurschaustellung von Trauer aus?

In dem Stück „Hamlet“ ist Hamlets Wut auf Trauerbekundungen eine komplexe Reaktion, die auf mehreren miteinander verflochtenen Faktoren beruht:

1. Echte Emotionen vs. performative Trauer:

Hamlet hält die übermäßige und öffentliche Zurschaustellung der Trauer seiner Mutter Gertrude und ihres Hofstaates für unaufrichtig und unecht. Er glaubt, dass die Trauer um den Tod seines Vaters lediglich eine gesellschaftliche Formalität ist und nicht aus echter emotionaler Verbundenheit. Diese Heuchelei macht ihn wütend, weil es den Anschein hat, als würden sie eine Show abliefern, anstatt wirklich zu trauern.

2. Desillusionierung über die Handlungen der Mutter:

Hamlet ist zutiefst betroffen von der überstürzten Wiederverheiratung seiner Mutter mit seinem Onkel Claudius kurz nach dem Tod seines Vaters. Er betrachtet dies als einen Akt des Verrats, und der offensichtliche Mangel an Trauer verstärkt nur seine Wut und Enttäuschung gegenüber seiner Mutter.

3. Im Gegensatz zu seinen eigenen Emotionen:

Hamlet selbst empfindet tiefe und verinnerlichte Trauer über den Tod seines Vaters. Er verspürt einen tiefen emotionalen Schmerz, der nicht offen zum Ausdruck gebracht wird. Der Kontrast zwischen seiner privaten, echten Trauer und der öffentlichen, scheinbar oberflächlichen Trauer um andere schürt seine Wut zusätzlich.

4. Vergleich mit der Erinnerung an seinen Vater:

Hamlet schätzt seinen Vater sehr und betrachtet ihn als einen edlen, ehrenwerten Mann. Zu sehen, wie andere, insbesondere seine Mutter, nach dem Tod seines Vaters so schnell weitermachen, wirkt respektlos gegenüber seiner Erinnerung und seinem Erbe. Diese Diskrepanz zwischen der Würdigkeit seines Vaters und dem offensichtlichen Mangel an Trauer verstärkt Hamlets Zorn.

5. Soziale Erwartungen:

Zu Shakespeares Zeiten gab es spezifische gesellschaftliche Erwartungen an Trauer und Trauerrituale. Hamlets Wut könnte als Reaktion auf den präskriptiven Charakter dieser Erwartungen interpretiert werden, da er der Meinung ist, dass wahre Trauer eine persönliche und authentische Erfahrung sein sollte und nicht eine gesellschaftlich vorgeschriebene Leistung.

Insgesamt ist Hamlets Wut über die Zurschaustellung von Trauer auf seinen komplexen emotionalen Zustand, sein Gefühl des Verrats, die Enttäuschung über seine Mutter, den Kontrast zwischen echter und performativer Trauer und seine Wahrnehmung der gesellschaftlichen Erwartungen im Zusammenhang mit Trauer zurückzuführen.

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