Hier ist der Kontext dieser Zeilen:
Romeo:
„Welche Dame ist das, was die Hand bereichert?
Von jenem Ritter?
Diener:
Ich weiß es nicht, Sir.
Romeo:
Oh, sie bringt den Fackeln bei, hell zu brennen!
Ihre Schönheit hängt an der Wange der Nacht
Wie ein reiches Juwel im Ohr eines Äthiopiers;
Schönheit zu reich für den Gebrauch, für die Erde zu teuer.
So zeigt eine verschneite Taube, die mit Krähen umherzieht,
Wie die damalige Dame über ihre Kameraden zeigt.
Wenn die Maßnahme erledigt ist, werde ich ihren Standpunkt beobachten,
Und indem du ihre berührst, segne meine raue Hand.
Hat mein Herz bis jetzt geliebt? Verzichte darauf, Anblick!
Denn ich habe bis heute Nacht nie wahre Schönheit gesehen.
In diesen Zeilen ist Romeo in die unbekannte Frau (Julia) verliebt, die mit ihrer Familie den Capulet-Ball besucht. Er lobt ihre Schönheit und vergleicht sie mit einem leuchtenden Juwel und einer schneebedeckten Taube unter Krähen. Er ist so verliebt in sie, dass er seine frühere Liebe zu Rosaline für unbedeutend erklärt.
Hier liegt die Ironie: Romeo hat den größten Teil des Stücks damit verbracht, über Rosaline zu poetisieren und zu erklären, dass er hoffnungslos in sie verliebt ist und sterben würde, wenn er sie nicht haben könnte. In nur wenigen Zeilen vollzieht er eine völlige Kehrtwende, widerspricht völlig seinen bisherigen Ansichten und erklärt Julia zur schönsten Frau, die er je gesehen hat.
Dieser unmittelbare Wechsel offenbart die Wankelmütigkeit und Oberflächlichkeit von Romeos Zuneigung. Obwohl er seine intensiven Gefühle für Rosaline zum Ausdruck bringt, lässt er sich leicht von Julias Aussehen fesseln und seine frühere Leidenschaft verblasst schnell.