Der tragische Fehler ist ein Schlüsselelement in der Tragödientheorie des Aristoteles. Aristoteles glaubte, dass der Protagonist einer Tragödie ein guter Mensch sein muss, dass er aber auch einen fatalen Fehler haben muss, der zu seinem Untergang führt. Dieser Fehler macht die Tragödie sowohl glaubwürdig als auch bewegend, denn er zeigt, dass selbst gute Menschen Fehler machen und darunter leiden können.
Einige Beispiele für tragische Mängel in der Literatur sind:
* Ödipus‘ Stolz, der ihn dazu bringt, seinen Vater zu töten und seine Mutter zu heiraten.
* Hamlets Unentschlossenheit, die zum Tod von ihm selbst, Ophelia und seiner Mutter führt.
* Macbeths Ehrgeiz, der ihn dazu bringt, König Duncan zu ermorden und ein Tyrann zu werden.
* Othellos Eifersucht, die ihn dazu bringt, Desdemona zu ermorden.
* Antigones Ungehorsam, der zu ihrem Tod führt.
Der tragische Fehler ist ein literarisches Mittel, mit dem kraftvolle und bewegende Geschichten geschaffen werden können. Indem sie den Niedergang eines guten Menschen zeigt, kann uns eine Tragödie zeigen, welche Gefahren bestimmte Charakterfehler mit sich bringen und wie wichtig es ist, gute Entscheidungen zu treffen.