1. Barbaras Absichten: Barbaras Verhalten gegenüber Jemmy Grove beruhte auf der Überzeugung, dass sie das Beste für ihn tat. Sie betrachtete ihn als wildes, unzivilisiertes Wesen und glaubte, dass es ihre Aufgabe sei, ihn zu erziehen und zu verfeinern.
2. Jemmys Wohlbefinden: Barbaras Behandlung von Jemmy Grove führte bei ihm oft zu körperlicher und emotionaler Belastung. Sie unterwarf ihn strenger Disziplin, zwang ihn, ungewohnte Bräuche und Sprachen anzunehmen und isolierte ihn von seiner Familie und Kultur.
3. Kulturelle Unterschiede: Die im Roman dargestellten Ereignisse spielen sich in einer Zeit ab, in der es zu erheblichen kulturellen Auseinandersetzungen zwischen europäischen Siedlern und indigenen Bevölkerungsgruppen kam. Barbaras Wahrnehmung von Jemmy Grove und ihr Verhalten ihm gegenüber wurden von ihren eigenen kulturellen Vorurteilen beeinflusst.
4. Historischer Kontext: Der Roman spiegelt die vorherrschenden Einstellungen und Perspektiven des 18. Jahrhunderts wider, zu denen auch die Idee der „Zivilisierung“ der Ureinwohner gehörte. Barbaras Umgang mit Jemmy Grove kann als Produkt ihrer Zeit und der vorherrschenden gesellschaftlichen Normen angesehen werden.
5. Ethische Überlegungen: Aus heutiger Sicht kann Barbaras Umgang mit Jemmy Grove als grausam und unethisch angesehen werden. Ihre Handlungen verletzten Jemmys Rechte als Einzelperson und missachteten seine kulturelle Identität und sein Erbe.
Ob Barbaras Behandlung von Jemmy Grove als grausam angesehen wird oder nicht, hängt letztendlich von der Interpretation des Einzelnen und den Werten ab, die er vertritt. Es erfordert eine sorgfältige Untersuchung des historischen Kontexts und der damit verbundenen Perspektiven.