1. Körperliche Schmerzen: Als Stich bezeichnet man das scharfe, schmerzhafte Gefühl, das durch den Biss oder Stich eines Insekts oder Tieres, beispielsweise einer Biene, Wespe oder einem Skorpion, verursacht wird. In „Romeo und Julia“ zum Beispiel beklagt sich Romeo:„Das ist nur ein Kratzer, ein Kratzer; heiraten, das reicht, / wo es die Ehre meiner Herrin hasst.“
2. Emotionaler Schmerz: Sting kann auch metaphorisch verwendet werden, um emotionalen oder psychischen Schmerz, Angst oder Kummer zu beschreiben. Zum Beispiel schreibt Shakespeare im Sonett 116:„Die Liebe ändert sich nicht in ihren kurzen Stunden und Wochen, / sondern hält sie bis an den Rand des Untergangs. / Wenn dies ein Irrtum ist und sich bei mir bewahrheitet, / ich schreibe nie, noch nein Mann, den man je geliebt hat. Der Stich bezieht sich hier auf das emotionale Leid, das durch den Zweifel des Sprechers an der Beständigkeit der Liebe verursacht wird.
3. Provokation: „Sting“ kann sich auf eine Handlung oder Bemerkung beziehen, die jemanden provozieren oder anstacheln soll und oft Ärger oder Groll hervorruft. Zum Beispiel sagt Hotspur in Heinrich IV., Teil 1:„Beim Himmel, ich glaube, es wäre ein leichter Sprung gewesen, / dem bleichen Mond strahlende Ehre zu entreißen, / oder in den Grund der Tiefe einzutauchen, / wo er ergründet -Linie könnte niemals den Boden berühren, / Und ertrunkene Ehre an den Locken ausreißen / So könnte der, der sie von dort erlöst, alle ihre Würden tragen, / Ohne zu korrumpieren:/ Aber draußen auf diesem Halbgesicht; Gemeinschaft!" In diesem Zusammenhang sollen Hotspurs Worte seine Kameraden zum Handeln anspornen und sie dazu inspirieren, für Ehre zu kämpfen.
4. Reue oder Bedauern: In manchen Fällen kann sich „Sting“ auf das Gefühl von Reue, Schuldgefühlen oder Bedauern über die eigenen Handlungen beziehen. Zum Beispiel bringt Lady Macbeth in „Macbeth“ ihre Schuld zum Ausdruck, indem sie sagt:„Raus, verdammter Ort! Raus, sage ich! Herr, pfui, ein Soldat, und wer weiß, was haben wir zu fürchten, wenn niemand unsere Macht zur Rechenschaft ziehen kann? Doch wer hätte gedacht, dass in dem alten Mann so viel Blut steckt? Hier bezieht sich der Stich auf die psychische Qual, die ihr durch ihr Gewissen zugefügt wird, und auf die Schuldgefühle, die sie wegen ihrer Rolle bei Duncans Mord empfindet.
Insgesamt kann die Bedeutung von „Stich“ in Shakespeares Werken je nach spezifischem Kontext und der beabsichtigten emotionalen oder psychologischen Wirkung, die der Autor vermitteln möchte, variieren.