Das Stück porträtiert Macbeth jedoch auch als eine komplexe und tragische Figur, die zu tiefer Selbstbeobachtung und Reue fähig ist. Trotz seines Abstiegs in Dunkelheit und Tyrannei zeigt Macbeth ein Maß an Selbstbewusstsein und emotionaler Tiefe, das ihn von anderen rücksichtslosen Schurken unterscheidet. Seine Monologe offenbaren seine inneren Kämpfe, Zweifel und seelischen Qualen und machen ihn zu einem fesselnden und bemitleidenswerten Charakter.
Darüber hinaus ist Macbeths Reise mit Themen wie Schicksal, freiem Willen und dem korrumpierenden Einfluss der Macht verknüpft. Er wird zu einer warnenden Geschichte darüber, wie unkontrollierter Ehrgeiz und moralische Kompromisse zur Selbstzerstörung führen können. Der Kontrast zwischen seinem anfänglichen edlen Charakter und seinen nachfolgenden Taten ruft ein Gefühl der Tragödie und der Möglichkeit menschlicher Fehlbarkeit hervor.
Daher bringt das Paradox von „kleiner als Macbeth und größer“ die Komplexität seines Charakters auf den Punkt. Während Macbeths Taten zweifellos schurkisch und moralisch verwerflich sind, verkörpert er auch bestimmte tragische Eigenschaften, die ihn zu mehr als nur einem eindimensionalen Bösewicht machen. Diese paradoxe Natur seines Charakters ermöglicht eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur, moralischen Entscheidungen und den Folgen ungezügelten Ehrgeizes.