Als Tybalt Romeo trotz Romeos Friedensbemühungen provokativ zum Kampf herausfordert, greift Mercutio vehement für Romeo ein. Empört über Tybalts Beleidigungen und Spott liefert sich Mercutio ein Duell mit ihm. Während des Kampfes erleidet er eine tödliche Wunde durch Tybalt. In einem Moment der Wut und Frustration verflucht Mercutio sowohl Romeo als auch Tybalt:
„Eine Plage für eure beiden Häuser! Sie haben mich zum Würmerfleisch gemacht. Ich habe es, und zwar gesund. Eure Häuser!“ (Akt III, Szene I)
Die Ironie liegt in der Tatsache, dass Mercutios Fluch keineswegs ein müßiger Ausbruch ist, sondern eine immense Bedeutung innerhalb des übergreifenden Themas des Stücks hat. Die Fehde zwischen den Montagues und Capulets, symbolisiert durch ihre „Häuser“, hat sich in Verona bereits seit langem als zerstörerische Kraft etabliert. Mercutios Fluch scheint diese Kluft zu verschärfen und die Feindseligkeit zwischen den beiden Familien anzuheizen. Sein früher Tod wird zum Auslöser für Romeos weitere Taten, die letztlich zum tragischen Ende führen.
Daher unterstreicht Mercutios Fluch das zentrale Thema des Stücks, indem er ironischerweise die schicksalhafte Kette von Ereignissen in Gang setzt, die letztendlich Romeo und Julia zum Scheitern verurteilen.