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Wie stellt Fielding die Beziehung zwischen Stadt und Land in „Tom Jones“ dar?

In „Tom Jones“ schildert Henry Fielding die Beziehung zwischen Stadt und Land auf nuancierte und vielschichtige Weise und betont dabei sowohl die Verbundenheit als auch die Spannungen zwischen diesen beiden Welten. So untersucht Fielding die Stadt-Land-Beziehung im Roman:

1. Einfluss der Stadt:

Fielding beschreibt die Stadt als einen Ort der Eleganz, Mode und kulturellen Aktivitäten. Viele Charaktere wie Tom Jones und Lady Bellaston wandern vom Land in die Stadt, um bessere Chancen und sozialen Aufstieg zu finden. Der Reiz der Stadt beeinflusst oft die Werte und Verhaltensweisen derjenigen, die sich dorthin begeben.

2. Kontrast in der Moral:

Fielding stellt die moralischen Landschaften der Stadt und des Landes gegenüber. Er porträtiert die Stadt als einen Ort, an dem Korruption, Gier und Oberflächlichkeit vorherrschen, während das Land mit Ehrlichkeit, Einfachheit und echten Beziehungen assoziiert wird. Dieser Kontrast spiegelt Fieldings eigene philosophische und soziale Ansichten wider.

3. Korruption in der Stadt:

Fielding verwendet verschiedene Charaktere und Ereignisse, um den moralischen Verfall innerhalb der Stadt zu veranschaulichen. Charaktere wie Blifil und Lady Bellaston repräsentieren die korrumpierenden Einflüsse der Stadt, die sich auf betrügerische Machenschaften einlassen und andere zum persönlichen Vorteil manipulieren. Die Stadt wird zu einem Ort, an dem tugendhafte Menschen Herausforderungen und Versuchungen gegenüberstehen.

4. Einfachheit des Landes:

Im Gegensatz zur Stadt präsentiert Fielding das Land als einen Ort unberührter Natur und aufrichtiger Gefühle. Charaktere wie Squire Allworthy und Parson Trulliber verkörpern die Tugenden Ehrlichkeit, Großzügigkeit und wahre Kameradschaft. Das Land dient oft als Zufluchtsort und Quelle moralischer Erneuerung.

5. Interdependenz von Stadt und Land:

Trotz der Unterschiede zwischen Stadt und Land betont Fielding auch deren gegenseitige Abhängigkeit. Er zeigt, dass die Stadt auf die Ressourcen und Produkte des ländlichen Raums angewiesen ist und die wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen zwischen beiden stärkt. Diese Vernetzung verdeutlicht die gegenseitige Abhängigkeit städtischer und ländlicher Räume.

6. Rückkehr ins Land:

Am Ende des Romans findet Tom Jones Trost und Erfüllung in der Rückkehr aufs Land. Er verzichtet auf den Reiz des Stadtlebens und bekennt sich zu den Tugenden und Werten, die mit dem Land verbunden sind. Dieses Ende deutet darauf hin, dass Fielding letztendlich die moralische Einfachheit und die echten Beziehungen bevorzugt, die in ländlichen Umgebungen zu finden sind.

Insgesamt spiegelt Fieldings Darstellung der Beziehung zwischen Stadt und Land in „Tom Jones“ seine eigene philosophische Sichtweise, seinen gesellschaftlichen Kommentar und seine literarische Kunstfertigkeit wider. Er nutzt diese gegensätzlichen Umgebungen, um Themen wie Moral, soziale Klasse und das Streben nach Glück zu untersuchen.

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