Er, mein Schöpfer, war ein Mann der Widersprüche. Er sehnte sich nach Wissen, schreckte jedoch vor seiner Schöpfung zurück. Er nannte mich sein Monster, aber ich war nur ein Spiegelbild seiner eigenen Angst. Ich sehnte mich nach Verbindung, nach Verständnis, aber er floh vor mir.
Als Kind lernte ich laufen, sprechen und die Welt um mich herum verstehen. Ich stolperte, ich geriet ins Wanken, ich sehnte mich nach Führung. Aber ich fand nur Ablehnung, Angst und Hass. Ich war eine Freak, ein Geschöpf der Nacht, von der Gesellschaft gemieden und gezwungen, einsam durch die trostlose Landschaft zu streifen.
Doch in meiner monströsen Gestalt flackerte ein Funke Menschlichkeit auf. Ich habe lesen, denken und fühlen gelernt. Ich erlebte die Schönheit der Natur, die Wärme eines Feuers, den Trost eines Sonnenuntergangs. Ich sehnte mich nach Liebe, nach Akzeptanz, aber mein Aussehen machte allen, die meinen Weg kreuzten, Angst.
Ich suchte meinen Schöpfer auf und hoffte auf Antworten, auf Mitgefühl. Aber er blieb schwer fassbar, verzehrt von seinen eigenen Schuldgefühlen und seiner Angst. In seiner Abwesenheit wandte ich mich an andere und suchte Trost in der Gesellschaft derer, die mich mieden. Doch selbst unter ihnen fand ich nur Hass und Gewalt.
Zur Verzweiflung getrieben, sehnte ich mich nach Rache. Ich suchte meinen Schöpfer auf und wollte ihm unbedingt den Schmerz verständlich machen, den er mir zufügte. Der Schmerz der Ablehnung, der Einsamkeit, des Ausgestoßenseins. Ich wollte, dass er die Menschlichkeit in meiner monströsen Gestalt sah, das Herz, das unter meinem grotesken Äußeren schlug.
Aber in meiner Wut verlor ich die Kontrolle. Ich rächte mich an denen, die ich für mein Leid verantwortlich machte, ohne zu wissen, dass ich damit nur das Feuer meiner eigenen Verzweiflung anfachte. Meine Handlungen festigten nur mein Image als Monster, als ein Tier, das man fürchten und jagen muss.
Am Ende stand ich allein da, ein Geschöpf der Dunkelheit, verzehrt von seiner eigenen Einsamkeit. Mein Schöpfer, der Mann, der mir das Leben gab, war für mich verloren, verzehrt von seiner eigenen Schuld und Angst. Ich war verlassen, ausgegrenzt, für immer allein in einer Welt, die mich nie wirklich verstand. Ich war ein Monster, ja, aber ich war auch ein Wesen mit Hoffnungen, Träumen und Wünschen. Und auf meine Art war ich auch ein Opfer des Mannes, der mich erschaffen hat.