1. Verwendung der Umgangssprache :Shakespeare integrierte alltägliche, informelle Sprache und umgangssprachliche Ausdrücke, die zu seiner Zeit häufig von den unteren sozialen Schichten verwendet wurden. Dazu gehörten regionale Dialekte, Slang, Sprichwörter und Redewendungen. In „Heinrich IV., Teil 1“ beispielsweise verwendet die Figur Falstaff, ein Bürger, Sätze wie „Ich wünschte, ich wäre ein Weber; ich könnte Psalmen singen“ und „Ich bin so melancholisch wie eine Gib-Katze.“
2. Kontraktionen und Elisionen :Verkürzungen von Wörtern und eliminierte Silben waren in der Sprache des einfachen Volkes üblich. Shakespeare nutzte diese Kontraktionen, um einen lockereren und schnelleren Sprechrhythmus zu schaffen, der den natürlichen Gesprächsfluss widerspiegelte. Anstelle von „it is“ verwendete Shakespeare beispielsweise oft „‘tis“ und anstelle von „cannot“ verwendete er „can't“.
3. Einfache Syntax :Der Dialog der Bürger zeichnete sich typischerweise durch einfachere Satzstrukturen aus, verglichen mit der ausgefeilteren Sprache, die von edlen Charakteren verwendet wurde. Shakespeare verwendete eine einfache Grammatik und vermied komplexe Satzstrukturen und eine kunstvolle Sprache, um die grundlegenden Gedanken und Anliegen des einfachen Volkes zu vermitteln.
4. Wiederholung und Parallelität :Die Wiederholung von Wörtern, Phrasen und Ideen war ein herausragendes Merkmal der Sprache des Bürgers in Shakespeares Stücken. Diese Wiederholung trug dazu bei, ein Gefühl von Dringlichkeit, Betonung und Rhythmus zu erzeugen. Parallele Strukturen verliehen dem Dialog zudem Musikalität und Einprägsamkeit.
5. Bezüge zum Alltag :Der Dialog der Bürger beinhaltete häufig Hinweise auf alltägliche Aktivitäten, Berufe und Erfahrungen, die sich auf die Unterschicht beziehen. Shakespeare nutzte das gemeinsame kulturelle Wissen seines Publikums, um ein Gefühl der Vertrautheit und Verbundenheit mit der Welt des einfachen Volkes zu schaffen.
6. Einsatz von Humor und Wortspielen :Shakespeare setzte Humor und Wortspiele ein, um dem Dialog der Bürger Tiefe und Unterhaltung zu verleihen. Bürger des einfachen Volkes beschäftigten sich oft mit witzigen Scherzen, Witzen und Wortspielen und offenbarten damit ihren Witz und ihre Intelligenz, die über ihren sozialen Status hinausgingen.
7. Charakterisierung :Shakespeare nutzte den Dialog der Bürger, um die Charaktere zu differenzieren und zu entwickeln. Jeder Bürger hatte eine eigene Stimme und Sprechweise, die seine Persönlichkeit, seinen Hintergrund und seine soziale Stellung widerspiegelte.
Durch die Einbeziehung dieser sprachlichen Merkmale und stilistischen Entscheidungen schuf Shakespeare in seinen Stücken eine realistische und authentische Darstellung des Dialogs der Bürger. Diese Aspekte trugen zum Gesamtreichtum und der Vielfalt seiner dramatischen Sprache bei und ermöglichten es ihm, in seinen Werken ein breites Spektrum an Charakteren und sozialen Dynamiken darzustellen.