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Was ist der lustigste Shakespeare-Monolog?

Der lustigste Shakespeare-Monolog ist vielleicht der, den die Figur des Bottom in „Ein Sommernachtstraum“ vorträgt. Bottom, von Beruf Weber, wird ausgewählt, die Rolle des Pyramus in einem Theaterstück zu spielen, das vor dem Herzog und der Herzogin von Athen aufgeführt werden soll. Allerdings ist Bottom kein sehr talentierter Schauspieler und seine Leistung ist ungewollt urkomisch.

Hier ist der Monolog, den Bottom im Wald außerhalb von Athen gehalten hat:

Ich hatte eine äußerst seltene Vision. Ich habe einen Traum gehabt, der über den Verstand eines Menschen hinausgeht, um zu sagen, was für ein Traum es war. Der Mensch ist nur ein Arsch, wenn er diesen Traum ausbreitet. Ich dachte, ich wäre – kein Mensch kann sagen, was. Ich dachte, ich wäre es, und ich dachte, ich hätte es getan – aber der Mensch ist nur ein geflickter Narr, wenn er sagen will, was ich gedacht habe. Das Auge des Menschen hat nicht gehört, das Ohr des Menschen hat nicht gesehen, die Hand des Menschen kann nicht schmecken, seine Zunge kann nicht begreifen, noch sein Herz kann erzählen, was mein Traum war. Ich werde Peter Quince bitten, eine Ballade über diesen Traum zu schreiben. Man soll ihn „Traum von unten“ nennen, weil er keinen Boden hat; und ich werde es am Ende eines Stücks vor dem Herzog singen. Um es noch gnädiger zu machen, werde ich es vielleicht bei ihrem Tod singen.

Was an diesem Monolog so lustig ist, ist Bottoms völliger Mangel an Selbstbewusstsein. Er ist davon überzeugt, dass er einen tiefgründigen und bedeutungsvollen Traum hatte, doch in Wirklichkeit war sein Traum nichts weiter als ein Durcheinander von Unsinn. Auch sein Beharren darauf, dass niemand seinen Traum verstehen könne, ist komisch, da es offensichtlich ist, dass er ihn selbst nicht versteht. Bottoms Monolog ist ein klassisches Beispiel für Shakespeares Fähigkeit, durch Charakterisierung Humor zu schaffen.

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