Das Setup:
* Teilnehmer: Kinder im Alter von 3–6 Jahren.
* Bedingungen: Drei Gruppen von Kindern wurden unterschiedlichen Modellen ausgesetzt:
* Aggressives Modell: Das Model spielte aggressiv mit der Bobo-Puppe, schlug, trat und schrie sie an.
* Nicht aggressives Modell: Das Model spielte ruhig mit Spielzeug und ignorierte die Bobo-Puppe.
* Kontrollgruppe: Kinder haben kein Modell gesehen.
* Beobachtung: Nachdem sie das Modell kennengelernt hatten (oder auch nicht), durften die Kinder in einem Raum mit verschiedenen Spielzeugen, darunter der Bobo-Puppe, spielen.
Die Ergebnisse:
* Kinder, die das aggressive Modell beobachteten, verhielten sich eher aggressiv gegenüber der Bobo-Puppe. Sie imitierten das Verhalten des Modells, einschließlich Schlagen, Treten und verbaler Aggression.
* Kinder, die das nicht aggressive Modell beobachteten, waren weniger wahrscheinlich aggressiv. Sie spielten friedlich mit den Spielzeugen und gingen sanfter mit der Bobo-Puppe um.
* Kinder in der Kontrollgruppe zeigten minimale Aggression.
Wichtige Schlussfolgerungen:
* Beobachtungslernen spielt eine wichtige Rolle bei der Verhaltensgestaltung. Kinder lernen neue Verhaltensweisen, indem sie andere beobachten und nachahmen, auch wenn diese Verhaltensweisen aggressiv sind.
* Das Bobo-Puppenexperiment lieferte Beweise für Banduras Theorie des sozialen Lernens. Diese Theorie besagt, dass Lernen durch Beobachten und Nachahmen des Verhaltens anderer sowie durch Bestärkung und Bestrafung erfolgt.
* Die Studie hat die Bedeutung von Vorbildern für die Verhaltensgestaltung hervorgehoben. Positive Vorbilder können prosoziales Verhalten fördern, während negative Vorbilder zu aggressivem und schädlichem Verhalten beitragen können.
Das Bobo-Puppen-Experiment hatte großen Einfluss auf Bereiche wie Psychologie, Pädagogik und Medienwissenschaften. Dies hat Auswirkungen auf das Verständnis, wie Kinder lernen, auf die Rolle von Mediengewalt bei der Verhaltensgestaltung und auf die Bedeutung positiver Vorbilder in der Gesellschaft.