* Religiöse Überzeugungen: Im frühen 17. Jahrhundert glaubten die englischen Puritaner, dass Frauen nicht in der Öffentlichkeit gesehen werden sollten und dass Schauspielerei eine sündige Tätigkeit sei. Dies machte es für Frauen schwierig, Arbeit im Theater zu finden.
* Soziale Konventionen: Im frühen 17. Jahrhundert galt es als gesellschaftlich inakzeptabel, dass Frauen auf der Bühne auftraten. Dies lag daran, dass von Frauen erwartet wurde, dass sie bescheiden und zurückhaltend waren, und dass die Schauspielerei als eine öffentliche und aufmerksamkeitsstarke Tätigkeit angesehen wurde.
Aufgrund dieser Faktoren spielten Männer bis zum Ende des 17. Jahrhunderts in den Theatern Englands Frauenrollen. Diese Praxis wurde als „Reiterrollen“ bezeichnet.
Zu den berühmten Schauspielern, die im elisabethanischen Theater Frauenrollen spielten, gehören:
* Edward Alleyn: Alleyn war ein Hauptdarsteller der elisabethanischen Ära. Besonders berühmt wurde er für seine Darstellung der weiblichen Rolle der Kleopatra in William Shakespeares Stück „Antonius und Kleopatra“.
* Richard Burbage: Burbage war ein weiterer Hauptdarsteller der elisabethanischen Ära. Besonders berühmt wurde er für seine Darstellung der weiblichen Rolle der Desdemona in William Shakespeares Stück „Othello“.
* Robert Armin: Armin war ein Komiker, der vor allem für seine Darstellung der weiblichen Rolle der Moll Cutpurse im Stück „The Roaring Girl“ bekannt war.
Die Praxis, dass Männer im Theater in England Frauenrollen spielten, endete im späten 17. Jahrhundert. Dies lag zum Teil an der zunehmenden Beliebtheit von Schauspielerinnen und zum Teil an der veränderten Einstellung gegenüber Frauen in der Gesellschaft.