Arts >> Kunst und Unterhaltung >  >> Theater >> Theaterkostüme

Wie waren die Theater zu Shakespeares Zeiten?

Zu Shakespeares Zeiten im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert unterschieden sich die Theater in England, sogenannte Playhouses, deutlich von modernen Veranstaltungsorten. Hier erhalten Sie einen Einblick in die Charakteristika und Besonderheiten der Theater zu Shakespeares Zeiten:

1. Open-Air-Bühnen:

Die meisten elisabethanischen Spielhäuser waren Freiluftbauten. Das Globe Theatre, in dem viele von Shakespeares Stücken uraufgeführt wurden, war ein kreisförmiger Holzbau mit einem großen offenen Innenhof. Diese Anordnung ermöglichte eine natürliche Beleuchtung, was in einer Zeit ohne elektrische Beleuchtung von entscheidender Bedeutung war.

2. Mehrstufige Sitzplätze:

In Schauspielhäusern waren rund um die Bühne unterschiedliche Sitzhöhen angeordnet. Die teuersten Sitzplätze befanden sich in den Galerien oder „Herrenzimmern“, die überdachte und gepolsterte Sitzgelegenheiten boten. Die mittlere Etage war als „Gentleman’s Room“ oder „Twopenny Rooms“ bekannt. Die günstigsten Sitzplätze befanden sich im Hof, wo während der gesamten Aufführung die Groundlings standen.

3. Bühnenkonfiguration:

Die Bühne selbst war eine erhöhte Plattform, die bis in den Hof reichte und von drei Seiten vom Publikum umgeben war. Es mangelte an aufwändigen Bühnenbildern und man war stark auf Requisiten, Kostüme und schauspielerische Fähigkeiten angewiesen, um die gewünschte Atmosphäre zu schaffen.

4. Strohdach:

Die Theater waren oft mit einem Strohdach bedeckt, aber die Mitte der Bühne blieb zum Himmel hin offen, um natürliches Licht und Belüftung zu ermöglichen.

5. Minimale Szenerie:

Szenische Elemente wurden auf ein Minimum beschränkt, da die Produktionen auf der Vorstellungskraft und Symbolik des Publikums beruhten, um sie in verschiedene Schauplätze zu transportieren. Schauspieler nutzten Gesten und Sprache, um Emotionen zu vermitteln und die Geschichte zu vermitteln.

6. Beteiligung des Publikums:

Das Publikum war während der Aufführungen aktiv beteiligt. Sie applaudierten, buhten und machten den Schauspielern sogar Zwischenrufe, was das Theater zu einem äußerst interaktiven Erlebnis machte.

7. Vielfältiges Publikum:

Theater zogen ein breites Spektrum an Publikum an, von wohlhabenden Gästen in aufwendiger Kleidung bis hin zu Bürgern und Lehrlingen. Schauspielhäuser wurden zu Schmelztiegeln der elisabethanischen Gesellschaft.

8. Rein männliche Besetzung:

Zu Shakespeares Zeiten war es Frauen nicht gestattet, auf der Bühne aufzutreten, daher wurden alle Rollen, auch weibliche Charaktere, von männlichen Schauspielern gespielt, die als „Jungenschauspieler“ bekannt waren.

9. Begrenzte Ressourcen:

Da Theater nur über begrenzte Ressourcen verfügten, wurden Spezialeffekte häufig durch den kreativen Einsatz von Licht, Toneffekten und Kostümen erzielt.

10. Repertoriumssystem:

Schauspieltruppen führten oft mehrere Stücke im Repertoire auf, was bedeutete, dass an wechselnden Tagen unterschiedliche Stücke aufgeführt wurden, um unterschiedlichen Zuschauern und Geschmäckern gerecht zu werden.

11. Der Fluch des Globus:

Das Globe Theatre wurde zweimal durch einen Brand zerstört, einmal im Jahr 1613 und erneut im Jahr 1644, was zu seiner endgültigen Schließung durch das puritanische Regime führte.

12. Einfluss auf das moderne Theater:

Die Theaterpraktiken zu Shakespeares Zeiten legten den Grundstein für die Entwicklung des modernen Theaters und beeinflussten die Schauspiel-, Inszenierungs- und Publikumseinbindungstechniken.

Trotz der Beschränkungen ihrer Zeit stellten elisabethanische Theater das bemerkenswerte Talent und die Kreativität von Dramatikern wie Shakespeare zur Schau und förderten eine lebendige Theaterszene, die weiterhin Theaterschaffende auf der ganzen Welt inspiriert.

Theaterkostüme

Related Categories