In König Lear wird der Protagonist Lear von seinen Töchtern verraten und seines Königreichs beraubt. Er ist gezwungen, im Wahnsinn durch die Wildnis zu wandern, wo er lernt, seine eigenen Fehler und Schwächen zu erkennen. Durch diese Reise findet er schließlich Erlösung und kann die Ordnung in seinem Königreich wiederherstellen.
Auch in „Der Drachenläufer“ wird der Protagonist Amir von seinem Jugendfreund Hassan verraten. Amir wird Zeuge des Angriffs einer Gruppe von Tyrannen auf Hassan, greift jedoch nicht ein. Dieser Verrat verfolgt ihn sein ganzes Leben lang und führt ihn auf die Suche nach Erlösung. Schließlich kehrt er nach Afghanistan zurück, um seine vergangenen Fehler wiedergutzumachen, und findet Erlösung, indem er Hassans Sohn rettet.
Beide Arbeiten beschäftigen sich auch mit dem Thema der Identitätssuche. In King Lear kämpft Lear mit seiner Identität als Vater, König und Mann. Er sucht ständig nach Zustimmung und Bestätigung von seinen Mitmenschen, findet sie aber nie wirklich, bis ihm alles genommen wird. Auch in „Der Drachenläufer“ kämpft Amir mit seiner Identität. Er ist ständig hin- und hergerissen zwischen seinem afghanischen Erbe und seiner amerikanischen Erziehung. Er ist sich nicht sicher, wo er wirklich hingehört oder wer er wirklich ist.
Durch ihre Erkundung von Verrat, Erlösung und Identität liefern King Lear und The Kite Runner eindrucksvolle Einblicke in die menschliche Verfassung. Sie erinnern uns daran, dass selbst inmitten großen Leids und Aufruhrs immer das Potenzial für Wachstum und Erlösung besteht.