1. Formelle Anweisung:
- Meister-Lehrling-System: Schauspieler begannen ihre Ausbildung oft als Lehrlinge bei etablierten Schauspielern oder Theatergruppen. Der Meisterschauspieler oder die Meisterkompanie bietet strukturierten Unterricht in verschiedenen Aspekten der Schauspielerei, wie z. B. Stimmprojektion, Bühnenbewegung und Charakterinterpretation.
- Schauspielschulen: Einige Schauspieler besuchten spezielle Schauspielschulen, wo sie eine formale Ausbildung in Schauspielkunst erhielten. An diesen Schulen wurden Fächer wie Rhetorik, Sprechkunst und Bühnenkunst unterrichtet.
2. Praktische Erfahrung:
- Schulung am Arbeitsplatz: Einer der wichtigsten Aspekte der Schauspielerausbildung war die Berufserfahrung. Durch die Teilnahme an Proben und Aufführungen erwarben die Schauspieler praktische Fertigkeiten. Sie lernten von ihren erfahreneren Kollegen und übernahmen nach und nach größere Rollen.
- Repertoirefirmen: Viele elisabethanische Theatergruppen fungierten als Repertoirekompanien, was bedeutete, dass sie abwechselnd mehrere Stücke produzierten. Dies ermöglichte es den Schauspielern, in einer Vielzahl von Rollen aufzutreten und ein breites Spektrum an schauspielerischen Fähigkeiten zu entwickeln.
- Touren: Schauspieler reisten oft mit Theatergruppen auf Tourneen durch ganz England und traten in verschiedenen Städten auf. Dies gab ihnen die Möglichkeit, ein unterschiedliches Publikum kennenzulernen und an verschiedenen Veranstaltungsorten aufzutreten.
3. Zusammenarbeit und Peer-Learning:
- Schauspielergemeinschaften: Die Schauspieler bildeten enge Gemeinschaften und organisierten Burschenschaften, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermutigen. Diese Bruderschaften boten den Schauspielern die Möglichkeit, Wissen, Techniken und Erfahrungen auszutauschen.
- Beobachten und Nachahmen: Die Schauspieler lernten voneinander, indem sie die Auftritte ihrer Kollegen beobachteten. Sie studierten die Techniken und Stile erfolgreicher Schauspieler und integrierten diese Elemente in ihre eigenen Darbietungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass elisabethanische Schauspieler eine Ausbildung durch eine Kombination aus formalem Unterricht, praktischer Erfahrung und Zusammenarbeit innerhalb der Theatergemeinschaft erhielten. Dieses System trug zur Entwicklung hochqualifizierter Künstler bei, die eine entscheidende Rolle beim Aufblühen des elisabethanischen Theaters spielten.