Das Verbrechen:
* Vorsatz: Mord galt als abscheuliches Verbrechen, insbesondere wenn er vorsätzlich erfolgte. Die Tat selbst wurde als direkter Angriff auf die göttliche Ordnung und als Verstoß gegen das Gesetz Gottes und des Königs angesehen.
* Sozialstatus: Der soziale Status sowohl des Opfers als auch des Täters hatte einen erheblichen Einfluss auf die Schwere der Straftat. Die Ermordung einer Person mit höherem Rang galt als schwerwiegenderes Vergehen als die Ermordung einer Person mit niedrigerem Status.
* Motivation: Auch das Mordmotiv war ein entscheidender Faktor. Leidenschaftliche Verbrechen wie Mord in einem Wutanfall wurden oft milder geahndet als kaltblütige Tötungen zum persönlichen Vorteil.
Die Strafe:
* Tod: Die häufigste Strafe für Mord war der Tod, meist durch Erhängen.
* Hängend: Der Verurteilte wurde an einem öffentlichen Galgen gehängt, oft vor einer großen Menschenmenge. Dies diente der Abschreckung künftiger Straftaten und war eine symbolische Erinnerung an die Folgen eines Gesetzesverstoßes.
* Andere Methoden: In manchen Fällen kommen auch andere Hinrichtungsformen zum Einsatz, etwa die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen wegen Ketzerei oder Hochverrats oder die Enthauptung von Personen mit hohem gesellschaftlichen Status.
* Exil: In manchen Fällen könnte, abhängig von den Umständen und dem sozialen Status des Täters, die Verbannung eine alternative Strafe sein. Dies beinhaltete die Verbannung aus dem Land, oft in ein fernes und gefährliches Land.
* Gefechtsprobe: Auch wenn es seltener vorkam, war ein Kampfversuch in elisabethanischen Zeiten immer noch möglich. Bei dieser Praxis könnte der Angeklagte den Ankläger zu einem Duell herausfordern, um den Streit beizulegen. Dies war oft ein riskantes Glücksspiel, da der Gewinner durch Gottes Willen und nicht unbedingt durch Geschick entschieden wurde.
Andere Faktoren:
* Das Gesetz: Das englische Gewohnheitsrecht definierte Mord als die rechtswidrige Tötung eines anderen Menschen in böser Absicht. Diese Definition wurde weit ausgelegt, wobei sogar Unfalltodesfälle manchmal zu strafrechtlichen Anklagen führten.
* Das Justizsystem: Das elisabethanische Rechtssystem war komplex und basierte oft auf Präzedenzfällen und Interpretationen. Es könnte schwierig sein, sich zurechtzufinden, und der Ausgang eines Prozesses könnte von der sozialen Stellung des Angeklagten und der Überzeugungskraft seiner Anwälte abhängen.
* Öffentliche Meinung: Auch die öffentliche Meinung spielte bei der Ausgestaltung der Strafe für Mord eine Rolle. Wenn ein Mord besonders abscheulich war oder ein beliebtes Opfer betroffen war, war die Wahrscheinlichkeit einer harten Strafe höher.
Abschließend Mord war im elisabethanischen Zeitalter ein schweres Verbrechen mit schwerwiegenden Folgen. Die Strafe hing von verschiedenen Faktoren ab, am häufigsten endete sie jedoch mit dem Tod.